Im Rausch der Auswahl: von Müsli und Matches

Im Rausch der Auswahl: von Müsli und Matches

Auswahlorientiert, aber entscheidungsschwach. Warum ein Müslikauf mehr über uns verrät, als wir denken.

Ist es das richtige Müsli für mich? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten.

«Ich weiss nie, was ich will», sagt Max vor dem Müsliregal unseres Quartiersupermarkts. Er nimmt eine Packung heraus, studiert sie kurz, stellt sie zurück. Dann die nächste. Und die nächste. Nach der vierten Schachtel schaut er mich an: «Du bist doch Experte für Entscheidungspsychologie. Wie wird man hier besser?» Für einen Moment wirkt das Müsliregal wie das Leben selbst: zu viele Optionen, zu wenig Orientierung.

Warum fällt es Max — und so vielen anderen — so schwer, Entscheidungen zu treffen? Der Grund ist paradox und ziemlich menschlich zugleich: Wir lieben Auswahl, aber wir scheuen Festlegung. Denn jede Entscheidung bedeutet eben auch Verzicht. Und je feiner Produkte auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind, desto schwieriger wird die Wahl. Die Konsequenz: Entscheidungsverweigerung. Man schaut, vergleicht, optimiert — und geht am Ende doch mit leeren Händen nach Hause. Wie ein bockiges Springpferd verweigert man den Sprung über das Hindernis der Verbindlichkeit.

Der amerikanische Psychologe Barry Schwartz nennt dieses Phänomen deshalb treffend die «Tyrannei der........

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