Feiertage sind nicht nur freie Tage

Feiertage sind nicht nur freie Tage

Ob Auffahrt, Pfingsten oder 1. August: Feiertage sind nicht nur Arbeitspausen. Soziologisch betrachtet, dienen sie der Stärkung gemeinsamer Werte und der gesellschaftlichen Entspannung.

Es ist Feiertagssaison: Auffahrt, Pfingsten, Fronleichnam. Wir freuen uns auf die freie Zeit, sei es für Garten, Sport, Freunde, Familie oder fürs Nichtstun. Doch soziologisch betrachtet sind diese Tage mehr als nur Pausen vom Alltag. Der Soziologe Amitai Etzioni hat dies in seinem Versuch, eine Theorie der Feiertage zu entwickeln, aufgezeigt.

Laut Etzioni gibt es zwei Typen von Feiertagen, die unterschiedliche Bedürfnisse bedienen: Rekapitulation gemeinsamer Werte oder Entspannung von sozialen Normen. Beiden Typen ist gemeinsam, dass sie sich gesellschaftlichen Veränderungen anpassen. Dass wir heute vermehrt im privaten Rahmen statt in der Öffentlichkeit feiern, liegt an der zunehmenden Vielfalt und dem steigenden Individualismus. Diese Privatisierung kann die integrative Kraft von Feiertagen untergraben.

Der Gang in die Kirche an Feiertagen verliert immer mehr an Bedeutung.

Auffahrt und Pfingsten zählen zu den Rekapitulationsfeiertagen. Ihr Ziel ist es, die Bindung an gesellschaftliche Überzeugungen zu stärken – eine Funktion, die in der Schweiz auch der 1. August übernimmt. Dabei können sich Bräuche........

© Luzerner Zeitung