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Das ganz besondere Ferienziel

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Das ganz besondere Ferienziel

Kampf um Liegestühle, Plündern am Zmorgebuffet, Besuch von einheimischen Märkten – Kultur pur! Oder nicht?

Kaum sind die Sommerferien in Sicht, verwandelt sich halb Europa in eine flipfloptragende Völkerwanderung. Ziel: Mallorca, Malediven oder sonst eine tropische Insel, Hauptsache türkisfarbenes Wasser und ein Schirmchen im Cocktaildrink. «Ich will einfach mal abschalten», sagt man dann, während man mit acht Koffern in einer endlosen Schlange steht, umgeben von lauter Menschen, die zufällig dasselbe Urlaubsziel ansteuern. Individualtourismus nennt man das, glaube ich.

Am Ferienziel angekommen, beginnt der harte Überlebenskampf. Liegestühle werden vor dem Sonnenaufgang mit Handtüchern bedeckt, was das inoffizielle Eigentum der Liege bedeutet. Am Frühstücksbuffet wird geplündert, als ob eine jahrelange Hungersnot bevorsteht. Man weiss ja nie, vielleicht steht das Hotel morgen nicht mehr.

Auch das Ferienabenteuer darf nicht fehlen, ein Ausflug auf den einheimischen Markt, wo man handgemachte Magnete und Tassen kauft. Den «Made in China»-Aufdruck ignorieren wir gekonnt. Zum krönenden Abschluss erwartet einen (und alle anderen 400 Hotelgäste) ein ganz, ganz besonderer Abend, an dem Einheimische das örtliche Essen und die lokale Kultur zeigen. Auf Deutsch.

Und egal ob Hawaii, Mallorca, Kanarische Inseln oder Malediven, am Ende unterscheiden sie sich kaum mehr als Schimpanse und Bonobo. Zuhause erzählt man dann stolz, man habe «viel von der Kultur mitgenommen», während man 300 Urlaubsfotos zeigt, davon 250 vom Hotelbuffet, 40 vom Pool und 10 vom Strand. Kultur pur! Natürlich alles individuell. Wie bei den anderen 400 Gästen auch.

Vielleicht liegt das wahre Abenteuer ja nicht am Buffet in Reihe drei, sondern dort, wo es kein All-inclusive-Armband gibt. Aber das wäre dann wirklich individuell – und übertreiben will ja auch niemand.

Paul Brinkel ist 16 Jahre alt und Schüler an der Kantonsschule Sursee. In der U20-Kolumne äussern sich jeweils alle zwei Wochen Lernende von Kantonsschulen zu einem frei gewählten Thema. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

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