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Dass die «Sea Watch 3» zu einer Staatsaffäre werden konnte, ist ein Armutszeugnis für Italien und Europa

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30.06.2019

Als die Beamten der italienischen Finanzpolizei kamen, um Carola Rackete abzuführen, waren ihre ersten Worte: «Es tut mir leid, ich entschuldige mich bei euch.» Kurz zuvor hatte die 650 Tonnen schwere «Sea Watch 3» unter dem Kommando der 31-jährigen deutschen Kapitänin beim Anlaufen der Mole im Hafen von Lampedusa ein kleines Schnellboot der «Guardia di Finanza» touchiert und gegen die Hafenmauer gedrückt. Die Polizisten hatten versucht, die «Sea Watch 3» am Anlegen zu hindern, indem sie zwischen das Schiff und die Mole fuhren. Nie und nimmer habe sie das Boot der Finanzpolizei rammen wollen, versicherte Carola Rackete über ihre Anwälte. Sie habe schlicht die Position des Bootes falsch eingeschätzt.

Mit dem waghalsigen Anlegemanöver und der Kollision der beiden Schiffe hatte die 17-tägige Odyssee der «Sea Watch 3» in der Nacht auf Samstag dramatisch geendet. Italiens Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini sprach von einer «kriminellen Handlung», ja sogar von einer «Kriegshandlung» seitens der jungen Deutschen. Unterstützt wurde er dabei unter anderem vom Staatsanwalt von........

© Luzerner Zeitung