Trumps neue Weltordnung: Illegal, zynisch, wirksam

Die Festnahme von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro wird im Westen mehrheitlich verurteilt und als Epochenbruch bewertet. Wer das so sieht, verkennt den entscheidenden Punkt.

Der Falsche hat aus den falschen Motiven das Falsche getan. Damit hat er ein wenig Richtiges bewirkt – was aber noch mehr Falsches nach sich ziehen wird: Etwa so lautet in westlichen Ländern der Tenor auf den Sturz von Nicolás Maduro. Mit dem Schlag gegen den venezolanischen Machthaber durch US-Spezialkräfte hat Präsident Donald Trump nicht nur das Völkerrecht gebrochen, sondern gleich das Ende der regelbasierten Weltordnung vollzogen.

Ab sofort gilt in internationalen Beziehungen, glaubt man diesen Analysen, nur noch das Trump'sche Recht des Stärkeren - kanalisiert durch die Aufteilung der Welt in neokolonialistische Grossmachtsphären.

Wie zur Bestätigung sagt Trump im Interview zur «New York Times»: «Ich brauche kein internationales Recht.» Für die USA reklamiert er in seiner neuen Sicherheitsstrategie die unangefochtene Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre, was die Nato wegen Grönland vor die grösste Zerreissprobe in der Geschichte des Verteidigungsbündnisses stellt. Falscher geht es für die Führungsmacht der Freien Welt wirklich kaum.

Oder doch nicht?

Das Recht des Stärkeren hat in diesem Fall zumindest bewirkt, dass ein Diktator weniger auf........

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