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Mein Thema: Emmaus

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Von Antje Gehrig-Hofius

Theologin Antje Gehrig-Hofius über das kostbare Geschenk der gemeinsamen Zeit.

Füreinander Zeit zu haben, gehört mit zum Kostbarsten, was Menschen einander geben können. Auch die Bibel erzählt davon: Zwei Menschen wandern nach Emmaus, erschöpft, enttäuscht, innerlich aufgewühlt. Der auferstandene Christus kommt hinzu – unerkannt zunächst. Er geht mit und hört zu. Lässt sie erzählen. Dann erst legt er seine Sicht dar. Am Ende bitten sie ihn: «Herr, bleibe bei uns.» Da ist jemand, der sich Zeit nimmt – und genau das wollen sie festhalten.

Jesu Zuwendung ist echte Gegenwart. Zeit ist für ihn nicht eine Ressource, sondern eine Haltung. Für Menschen in der Seelsorge kann das eine Herausforderung sein. Die Anforderungen sind hoch, Strukturen oft eng. Und doch wäre es ein Missverständnis, darum diese Haltung zu ändern oder Zuhören als Luxus zu betrachten, den man sich nur leisten soll, wenn alles andere erledigt ist. Liegt doch gerade darin der Kern pastoraler Arbeit: im Mitgehen, im Aushalten, im gemeinsamen Ringen um Antworten, im Begleiten, Loslassen und Befähigen, im Beten, Klagen und Jubeln.

So zeigt sich am Ende: Wer spürt, dass sich jemand wirklich interessiert, kommt wieder – oder bleibt. Wer das nicht erfährt, wird sich leise entfernen.

Antje Gehrig-Hofius, Diplomierte Theologin, Oberwil, [email protected]

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