Die Gretchenfrage zum Jahresende: Nun sag‘, wie hast du’s mit dem Feuerwerk?
Man kann die Uhr danach stellen: Kaum ist Weihnachten vorbei, ist es Zeit für eine Debatte, die so explosiv ist wie ihr Inhalt. Sollte es ein bundesweites Böllerverbot an Silvester geben?
In einer von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin gestarteten Online-Petition, die an Berlins Senatorin für Inneres Iris Spranger (SPD) und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gerichtet ist, fordert diese ein bundesweites Böllerverbot. Mittlerweile haben über 2,9 Millionen Menschen die Petition unterzeichnet. Während vor allem auf Social Media der Stress für Tiere und Menschen sowie die Belastung für die Umwelt durch Pyrotechnik kritisiert werden, geht es der GdP um die angebliche Gewalt, insofern Böller als Waffen gegen Polizist:innen eingesetzt werden würden.
Nun ist unbestreitbar, dass Böller beziehungsweise Pyrotechnik im Allgemeinen zu schweren Verletzungen führen können und der Lärm Tiere und Menschen gleichermaßen erschrecken und somit Stress verursachen kann. Wenn nun aber ausgerechnet die GdP eine solche Petition startet, dann ist allein deshalb schon äußerste Vorsicht geboten. Weiterhin wird die Debatte um ein mögliches Böllerverbot oftmals nicht auf Grundlage der materiellen Wirklichkeit geführt, sondern von einem äußerst moralistischen Standpunkt aus. Beginnend bei der Behauptung, Krankenhäuser gerieten an Silvester aufgrund der vielen Verletzten durch Pyrotechnik an ihre Grenzen, ist eine Mehrbelastung an Silvester – sei es nun aufgrund von Verletzungen durch Pyrotechnik, Alkoholkonsum oder anderen Gründen – nicht von der Hand zu weisen. Allerdings ist Silvester auch nicht die Ursache aller Probleme, die sich für Beschäftigte im Gesundheitswesen ergeben: ........

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