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Bericht eines Betroffenen: Rassistische Polizeigewalt in Frankfurt

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10.08.2022

Ein Mann in Frankfurt am Main und seine Familie wurden Opfer von rassistischer Polizeigewalt. Wir veröffentlichen hier seinen Bericht über den Vorfall.

Ich war am 7. August 2022 mit meiner Verlobten essen, dann kamen wir nach Hause und es fing an, mir nicht gutzugehen. Daraufhin rief ich die 112 an und legte meine Beschwerden dar, und zwar, dass ich befürchtete eine Lebensmittelvergiftung zu haben und mir wurde gesagt, dass der Krankenwagen zu mir nach Hause vorbeigeschickt werde. Da meine einjährige Tochter zu diesem Zeitpunkt schlief und ich, um meine Tochter nicht zu wecken, nicht wollte, dass bei mir zu Hause geklingelt wird, ging ich die Treppen runter zum Hauseingang, um dort auf den Krankenwagen zu warten.

Dann kam der Krankenwagen schon direkt, ich winkte sie zu mir, beide Personen stiegen aus dem Krankenwagen aus und mir wurde gesagt, dass man mich nicht mitnehmen wolle, weil mein Zustand keinen Notfall darstelle und ich solle doch zum Hausarzt (man bedenke, es war ein Sonntag). Daraufhin fragte ich die beiden Einsatzkräfte, ob diese von mir erwarteten, dass ich alleine zum Krankenhause fahre, und sie antworten mir mit „ja, wenn Sie mit uns mitfahren wollen, würde es 700 Euro kosten“. Man hat mir auch äußerlich ansehen können, dass ich blass und schwach war. Dann packte ich zu meiner Sicherheit mein Handy aus, um von dem Nummernschild des Krankenwagens ein Foto zu machen, da diese Einsatzkräfte die Hilfe verweigerten. Daraufhin sagte der Fahrer des Krankenwagens, dass er jetzt die Polizei anrufen werde, weil ich ein Foto machen wollte.

Meine Verlobte berichtete mir im Nachhinein, dass die Einsatzkräfte des Krankenwagens von hinten ein Foto von mir schossen und, dass diese sich dann in ihren Krankenwagen setzten und genüsslich lachten, während ich sagte, dass ich mich über deren mangelnde Hilfeleistung beschweren werde. Dann vergingen ein paar Minuten und die Polizeikräfte trafen ein. Während sich die Vorfälle im Zusammenhang mit dem Krankenwagen und den Polizeikräften unten vor meiner Haustür ereigneten, sah meine Verlobte von oben aus dem Fenster zu. Die beiden eintreffenden Polizeibeamten sprachen zunächst mit den beiden Einsatzkräften des Krankenwagens und einer der Polizeibeamten kam dann auf mich zu und sagte „Personenkontrolle, zeig Deinen Ausweis“.

Dann antwortete ich, dass ich meinen Ausweis hier nicht dabeihabe. Daraufhin sagte der Polizeibeamte in einem scharfen Ton wiederholt, dass mein Personalausweis benötigt werde und er diesen brauche. Dann griff ich in meine rechte Hosentasche, um sicherzugehen, ob ich meinen Ausweis (Aufenthaltstitel) nicht doch in meinem Etui mit meiner Krankenkassenkarte dabeihatte, weil ich ansonsten hoch in meine Wohnung gemusst hätte, um den Ausweis zu holen.

Derselbe Polizeibeamte, der mich nach meinem Ausweis gefragt hatte, sagte sodann zu mir „Hände aus den Taschen“ und packte mich gleichzeitig so fest an meinem rechten Oberarm, dass ich Blutergüsse davongetragen habe. Dieser Polizeibeamte überprüfte jedoch nicht meine Taschen, aus der ich meine Hand herausnehmen sollte, sondern hielt meinen Oberarm so stark fest, dass ich aufgrund des festen Druckgefühls und meines ohnehin geschwächten........

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