We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close
Aa Aa Aa
- A +

Keine der Parteien bietet echten Klimaschutz. Wir brauchen eine antikapitalistische Perspektive

1 0 0
24.09.2021

Die Klimakrise ist zu einem der zentralen Themen des Wahlkampfes geworden. Aber die Vorschläge der Parteien reichen nicht aus. Denn die Ursache für die Zerstörung der Umwelt ist der Kapitalismus, der für immer mehr Wachstum die Natur ausbeutet.

Sieben Jahre bleiben der Menschheit laut Climate Clock noch, um das 1,5 Grad Ziel einzuhalten. Bis dahin müssen die CO2-Emissionen auf Null gesenkt werden, sonst drohen deutlich höhere Temperaturen und katastrophale Kettenreaktionen. Waldbrände und die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen werden immer dramatischer. Ganze Gebiete werden in Folge von Dürren unbewohnbar. Die Polarkappen schmelzen, Viren und andere Krankheiten breiten sich leichter aus. Milliarden Menschen leiden unter der Luftverschmutzung. Überschwemmungen wie in New York oder hierzulande in Rheinland-Pfalz, NRW und Bayern zeigen, dass die Folgen des Klimawandels auch die kapitalistischen Zentren trifft.

Eine entscheidende Frage wird in der Umwelt-Diskussion oft nicht thematisiert: die Ursache für den Klimawandel. Wie kritische Forscher:innen bereits seit Jahrzehnten zeigen, ist der Grund für Klimawandel und Umweltzerstörung nicht die menschliche Aktivität an sich, sondern das kapitalistische System, dessen Profitmaschinerie die Natur seit Jahrhunderten immer mehr ausbeutet – als Quelle von Ressourcen und als Müllhalde. Der Planet Erde kann der Naturzerstörung durch das Kapitals nicht länger widerstehen. Denn der komplexe natürliche Zyklus des Lebens wurde durch die Notwendigkeit des stetigen Wachstums des Kapitals gebrochen. 100 Unternehmen sind für 71 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Hinzu kommen die chemikalische Verseuchung und direkten Umweltzerstörung auf dem ganzen Planeten.

Diese naturzerstörerische Dynamik steht in direktem Zusammenhang mit der sozialen und materiellen Verschlechterung der Lebensbedingungen von Hunderten Millionen Menschen. Sie müssen für Dürren oder Überschwemmungen fliehen. Und sie leiden unter Elend, Arbeitslosigkeit und prekären Beschäftigungsverhältnissen, durch die der Kapitalismus seine Profite und Reproduktion sichert.

Deshalb müssen wir eine radikale Antwort auf die Klimakatastrophe geben: Die großen Konzerne, die seit Jahrzehnten unseren Planeten verschmutzen, müssen die Kosten der ökologischen Krise tragen, nicht die große Mehrheit der Arbeiter:innen und Jugendlichen, die heute die Konsequenzen erleiden. Nur ein radikal antikapitalistisches Programm kann die Klimakatastrophe stoppen.

Jedoch dominiert in der Klimabewegung immer noch die Strategie, diesem zentralen Kampf auszuweichen, und sich stattdessen dem eigenen ökologischen Fußabdruck zu widmen. Es macht durchaus Sinn, den eigenen Verbrauch zu hinterfragen, aber der Konsum der Arbeiter:innen und Armen verursacht nicht annähernd so viele Emissionen wie die Konzerne. Diese Herangehensweise ist keine geeignete Strategie zur Verhinderung der Katastrophe.

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung würde keine der im Bundestag vertretenen Parteien mit ihrem Wahlprogramm die gesetzlich festgelegten Klimaschutzziele erreichen, denn sie wollen nicht gegen die Profite der Konzerne vorgehen. Wie können wir die Großkonzerne dazu zwingen, ihre klimafeindliche Produktion umzustellen? Indem die Klimabewegung den Schulterschluss mit der Arbeiter:innenbewegung macht. Sie darf die Arbeiter:innen nicht von oben herab belehren, weil diese für den Arbeitsweg ein........

© Klasse Gegen Klasse


Get it on Google Play