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Argentinien: Großer Triumph der Arbeiter:innen im Gesundheitwesen nach wochenlangen Streiks und Straßenblockaden

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04.05.2021

Die Arbeiter:innen aus Neuquén, einer Provinz im argentinischen Patagonien, haben einen großen Sieg errungen. Nach zwei Monaten des Kampfes und mehr als 20 Tagen Straßenblockaden waren Selbstorganisation und die immense Unterstützung durch die Bevölkerung der Schlüssel zum Sieg.

Der Sieg der Arbeiter:innen im Gesundheitswesen in Neuquén in ihrem Arbeitskampf ist ein Beispiel dafür, dass es möglich ist, zu kämpfen und zu gewinnen. Während die Gewerkschaftsführung, die sie „vertritt“, sich weigerte, für ihre Forderungen zu kämpfen, organisierten sie sich selbst und errangen eine Lohnerhöhung für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst.

„Nachdem wir von der Regierung eine Gehaltserhöhung für alle Staatsangestellten erhalten haben – auch wenn das Angebot immer noch ungenügend war –, beschlossen wir die Straßen zu verlassen, aber nicht den Kampf“, versicherte der Sprecher der selbstorganierten Versammlung, Marco Campos.

Die erste Lektion aus dem Kampf des Gesundheitspersonals in der Provinz Patagonien ist, dass man kämpfen kann, es mit radikalen Methoden machen kann und vor allem, dass man die Gewerkschaftsführung überwinden kann, wenn sie nicht zum Kampf bereit sind.

So begann der Konflikt der Neuquén. Die Gewerkschaftsführung der Staatsangestellten der Provinz, die Vereinigung der Staatsbediensteten (La Asociación de Trabajadores del Estado (ATE)), fing an das Gesunheitspersonal zu diskreditieren, die nach einem Jahr der Krise und unzähligen Opfern aufgrund der Pandemie eine miserable Lohnerhöhung von Seiten der Regierung ablehnten.

Der Gewerkschaftschef der ATE machte sich sogar über sie lustig und nannte sie verächtlich „Elefanten“. Er sagte, mit den Arbeiter:innen zu streiten, die für einen existenzsicheren und würdigen Lohn kämpfen, sei „wie mit einem Elefanten zu tanzen, man weißt nicht, ob man ihm am Schwanz oder am Rüssel packen soll, weil er nicht weiß, wie man diskutiert.“

Das Gesundheitspersonal, welches bereits eine erhebliche Unterstützung von der Bevölkerung hatte, schrieb sich diesen Beinamen auf die Fahne und erwiderte, dass sie „Elefanten“ seien, weil sie stark auftreten, ein Gedächtnis hatten und in Herden liefen.........

© Klasse Gegen Klasse


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