Ich kämpfe für die Zukunft – damit andere es einmal besser haben |
Ich kämpfe für die Zukunft – damit andere es einmal besser haben
Die Beschäftigten der Tochterfirmen von Vivantes sind im Streik. Wir haben mit einer Beschäftigten über den Arbeitskampf bei einem der größten Kliniken Berlins gesprochen.
Wer bist du, was arbeitest du und wieso bist du im Streik?
Ich bin Şengül und arbeite bei der Vivantes Speiseversorgung und -logistik GmbH (SVL) als Servicekraft. Insgesamt bin ich seit zehn Jahren bei Vivantes, davor war ich bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) tätig. Dort hatte ich bereits einen Tarifvertrag – und genau deshalb bin ich 2021 bewusst in den Streik bei Vivantes gegangen. Mir war wichtig, dass meine Kolleginnen und Kollegen die gleichen Rechte bekommen, wie ich sie früher hatte. Ich habe viele Kolleg:innen überzeugt, sich anzuschließen – so hat der Streik damals überhaupt erst richtig begonnen.
Die Zustände vor dem Streik 2021 waren sehr schlecht, besonders in den Tochterfirmen. Die Bezahlung war niedrig und die Arbeitsbedingungen hart. Reinigungskräfte zum Beispiel haben teilweise 25 Tage im Monat gearbeitet und nur fünf Tage frei gehabt. Es gab keine Zuschläge für Wochenenden, kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Für 120 Stunden im Monat haben sie etwa 1.400 Euro brutto verdient – das ist extrem wenig.
Erst durch den Streik hat sich vieles verbessert. Wir haben Zuschläge, mehr Urlaubstage und insgesamt bessere Bedingungen erkämpft. Auch finanziell hat sich etwas getan: Für die gleiche Arbeitszeit verdienen wir jetzt etwa 2.100 Euro brutto, also rund 700 Euro mehr als früher. Das ist ein großer Unterschied. Trotzdem gehen wir jetzt erneut in den Streik – und ich bin überzeugt, dass wir wieder etwas erreichen werden.
Wir haben auch vieles ver.di zu verdanken. Nur mit ihrer Hilfe konnten wir erkämpfen, dass wir bessere Löhne und faire Arbeitszeiten bekommen. Und zwar nicht einzeln, sondern gemeinsam. Ich bin bei ver.di, weil ich gemerkt habe, dass sich alleine nichts ändert. Viele Verbesserungen bei uns kamen nur zustande, weil Leute organisiert waren.
Wofür streikt ihr aktuell?
Wir streiken für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Rechte und vor allem für 100 Prozent des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD).........