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„Das Bundeswehr-Sondervermögen ist für Pfleger:innen ein Schlag ins Gesicht“

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31.05.2022

Demonstration gegen Aufrüstung in Berlin: Rede von Anai, Pflegehelferin

Hallo, ich bin Anai, Pflegehelferin, Teil von RIO, der Revolutionären Internationalistischen Organisation. Das ist die Organisation, die die Onlinezeitung Klasse gegen Klasse herausgibt.

Am 1. Oktober beginnt meine Pflegeausbildung im Krankenhaus. Ich freue mich, aber ich habe auch Angst davor. Ich werde in einen Job kommen, der total überlastet und kaputtgespart ist, unterbezahlt, wo wir Überstunden machen müssen, wo Pflegende sich den Bedingungen von Personalmangel und Zeitdruck anpassen müssen und alles das wird auf unsere Rücken geschoben. Auch zuvor habe ich verschiedene prekäre Jobs gehabt, wie Millionen Menschen in diesem Land. Deutschland hat einen der größten Niedriglohnsektoren Europas. Was die Firmen wenig kostet, bedeutet für uns Angst, die Miete nicht bezahlen zu können, Ohnmacht, wenn die Rechnungen kommen, und Schmerzen und Überlastung von der Arbeit. Das Bundeswehr Sondervermögen ist für uns ein Schlag ins Gesicht. Während uns gesagt wird, wir sollen geduldig sein mit einem höheren Mindestlohn, einem Ende des Personalmangels im öffentlichen Dienst oder mehr sozialem Wohnungsbau, ist für die Bundeswehr und die Konzerne immer Geld da und zwar 100 Milliarden Euro! Ein Skandal! Was ist das für eine Perspektive für unsere Zukunft, wenn lauter Geld in Panzer investiert wird, aber nicht in Gesundheit, Klimawandel und Soziales?

Seit drei Monaten tobt nach dem reaktionären Einmarsch russischer Truppen der Krieg in der Ukraine. Die Bundesregierung nimmt das zum Anlass, um das deutsche Militärbudget massiv zu erhöhen. Diese Milliardenausgaben wird sich der Staat durch Einsparungen in der öffentlichen und sozialen Infrastruktur wieder reinholen. Am Ende des Tages wollen sie die Kosten auf uns abladen. Gerade finden massive Kürzungen statt. Nicht nur die Bundesregierung, sondern auch der Berliner Senat mit Beteiligung der Linkspartei will z.B. dieses Jahr 6,5 Millionen Euro an der Lehrkräftebildung kürzen, obwohl es jedes Jahr nur 900 neue Lehrer:innen gibt, bei einem bedarf von etwa 3000 pro Jahr. Der Senat schlägt vor, dass die jetzt schon super überarbeiteten Lehrer:innen deshalb von Teilzeit auf Vollzeit........

© Klasse Gegen Klasse


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