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Die Opfer leiden weiter

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05.12.2020

„In Westdeutschland lebten nicht nur Mutbolzen“, lästerte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor rund einem Jahr und erinnerte sich daran, daß „es manchen schon zu viel wurde, wenn sie mal für uns ein Buch über die Grenze schmuggeln sollten“. Vermutlich kann sich die frühere FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda nicht an den Gummiparagraphen 106 Strafgesetzbuch erinnern, da sie in ihren 35 DDR-Jahren nie zu den opponierenden Kräften gehört hat.

Wegen „Staatsfeindlicher Hetze“ konnte zu einer Zuchthausstrafe bis zu zehn Jahren verurteilt werden, wer „Schriften, Gegenstände oder Symbole zur Diskriminierung der gesellschaftlichen Verhältnisse, von Repräsentanten oder anderen Bürgern herstellt, einführt, verbreitet oder anbringt“.

Die Stasi-Gefängnisse waren voll mit „Hetzern“, insbesondere in Berlin-Hohenschönhausen, dessen langjähriger Gedenkstättendirektor, der antitotalitäre Historiker Hubertus Knabe, von Merkels Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) vereint mit der Linkspartei vor rund zwei Jahren unter unwürdigen Umständen hinausgeschmissen worden war. „Wir wollen eine moderne Gedenkstätte werden“, hat Knabes Nachfolger angekündigt. Im Ergebnis bedeutet dies, daß die früheren Häftlinge bei ihren Besucherführungen einen Aufpasser an die Seite gestellt bekommen.

Seit Jahren wird die Glaubwürdigkeit der Zeitzeugen, die unter der SED-Diktatur gelitten haben, von........

© Junge Freiheit


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