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Nichtantworten ist auch eine Antwort

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18.10.2019

Wir müssen reden, heißt es überall. Die Gesellschaft müsse im Gespräch bleiben. Miteinander sprechen, einander zuhören, diskutieren. In seiner ersten Rede als Bundestagspräsident mahnte Wolfgang Schäuble (CDU) während der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Bundestags vor zwei Jahren, wie wichtig es sei, gemeinsam zu debattieren. „Demokratischer Streit ist notwendig“, betonte er. Diesen gelte es auszuhalten und zu ertragen.

Das sieht auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier so. In seiner Weihnachtsansprache rief er vergangenes Jahr dazu auf: „Lassen Sie uns dafür sorgen, daß unsere Gesellschaft mit sich im Gespräch bleibt!“ In vielen Ländern auf der Erde sei zu beobachten, was passiere, wenn Gesellschaften auseinanderdrifteten, weil die eine Seite nicht mehr mit der anderen rede, warnte er. Das Thema scheint dem Bundespräsidenten am Herzen zu liegen. Erst im September wiederholte er seinen Appell zur Debatte. Demokratie, verriet Steinmeier dem Spiegel, lebe von der Kontroverse und brauche den Streit.

Auch die JUNGE FREIHEIT erachtet das Ringen um die besseren Argumente, den Streit um Positionen, aber auch den Austausch unterschiedlicher Auffassungen und Sichtweisen als essentiell. Nichts ist langweiliger, als wenn alle der gleichen Meinung sind. Offene Debatte anstatt Selbstbestätigungsdiskussionen innerhalb der eigenen Blase.

Deshalb trägt die JF den Untertitel „Wochenzeitung für Debatte“, und deshalb haben wir Frank-Walter Steinmeier beim Wort genommen. Wir sind seinem Aufruf, mit Andersdenkenden ins Gespräch zu kommen, gefolgt und haben ihn um ein Interview gebeten. Wir wollten mit dem Bundespräsidenten über das große Problem der Spaltung unserer Gesellschaft reden. Jedoch: Eine Antwort stand bei Redaktionsschluß auch knapp drei Wochen nach unserer Anfrage noch aus.

Grünen-Politiker antworten nicht

Nun hat ein Bundespräsident viele Verpflichtungen und ist vielbeschäftigt. Wir versuchten unser Glück daher beim Streiter für Streit, Wolfgang Schäuble. Doch ließ uns dessen Mitarbeiterin wissen, daß der Bundestagspräsident für ein Interview nicht zur Verfügung stehe. Er habe sich zu dem Thema bereits in anderen Medien........

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