Raketen statt Purimfeiern
28. Februar 2026 – 11. Adar 5786
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Raketen statt Purimfeiern
Die Israelis wachten am Schabbatmorgen mit einer neuen Realität auf: Der Krieg gegen den Iran hat begonnen
Um 8.28 Uhr am Samstagmorgen wurden die Israelis aus dem Schlaf oder von den Frühstückstischen gerissen. Schrill kreischte der Auf- und Ab-Ton der Warnsirenen in die Ruhe des Schabbats im ganzen Land. Menschen hasteten in die Schutzräume ihrer Wohnungen oder in öffentliche Bunker, viele noch in Schlafanzügen und Pantoffeln. Und alle wussten, was diese Sirenen bedeuteten: Der Krieg mit dem Iran hat begonnen. In Städten im ganzen Land öffneten die Kommunen am selben Morgen Schutzräume, die der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Binnen Minuten waren sie gefüllt von Menschen allen Alters und aller Bevölkerungsgruppen: Familien mit schlaftrunkenen Kindern auf dem Arm, junge Pärchen mit Hunden, Alt und Jung. Männer, die wenige Minuten zuvor noch beim Morgengebet standen, saßen in Gebetsschals gehüllt in Bunkern und beteten gemeinsam für den Schutz Israels.Die Warnzeichen hatten sich bereits seit Wochen verdichtet. Militärische Drohungen, politische Spannungen, immer neue Sicherheitsmeldungen. Am Freitag erreichte die Nervosität in Israel einen Höhepunkt, als die US-Botschaft ankündigte, nicht unbedingt benötigtes Personal könne Israel verlassen. »Aber tun Sie es heute«, mahnte Botschafter Mike Huckabee ungewöhnlich eindringlich.
Tausende versuchten am Freitag, das Land zu verlassen
Noch am selben Tag versuchten Tausende, Flüge ins Ausland zu bekommen. Die meisten vergeblich. Maschinen waren sofort ausgebucht, Sitzplätze waren innerhalb von Minuten vergeben. Rachel Weiss aus New York, die ihre Familie in Israel besucht, gehört zu denen, die nun festsitzen. »Ich war schon im vergangenen Juni während des ersten Irankrieges hier und konnte fast zwei Wochen nicht ausreisen«, erzählt sie. »Ich hätte nie gedacht, dass mir das noch einmal passiert. Es fühlt sich an wie ein grausames Déjà-vu.«Für andere Familien wurde die Situation zur persönlichen Tragödie. Die Kinder der Levys waren am Freitag für ein verlängertes Wochenende bei ihren Großeltern in Tel Aviv angereist. Sie leben eigentlich auf Zypern. Nach der Warnung der US-Botschaft wollte Mutter Yael sie sofort zurückholen.
Doch während ihr Flugzeug bereits im Landeanflug war, heulten die ersten Sirenen auf. »Ich war zwei Minuten vor der Landung«, sagt sie unter Tränen. »Das Flugzeug drehte ab und flog zurück nach Zypern. Ich kann nicht glauben, dass ich sie verpasst habe.« Nun sitzt sie in Larnaca, während ihre Kinder in Tel Aviv Schutz suchen müssen. Mit jeder Eskalationsstufe wächst ihre Sorge. »Es ist eine........
