Schmerz und Erinnerung im Herzen der Stadt
20. April 2026 – 3. Ijar 5786
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Schmerz und Erinnerung im Herzen der Stadt
Welche Zukunft hat der Gedenkort der Terroropfer und gefallenen Soldaten am zentralen Dizengoff-Platz in Tel Aviv?
Mit dem Beginn von Jom Hasikaron am heutigen Abend senkt sich in Tel Aviv wie im ganzen Land eine besonders schwere Stille über die Straßen. Sirenen werden den Alltag unterbrechen, Menschen bleiben stehen, gedenken der gefallenen Soldatinnen und Soldaten und der Opfer von Terror. Es ist ein Tag der tiefen kollektiven Trauer in Israel.
Und manchmal ist es auch ein Moment, in dem sich die Frage stellt, wie Erinnerung im öffentlichen Raum sichtbar wird und welche Form sie annimmt. Ein Ort, an dem diese Frage derzeit besonders greifbar ist, liegt mitten im Herzen der Stadt: auf dem Dizengoff-Platz. Dort entstand in den ersten Tagen nach dem verheerenden Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 mit mehr als 1200 Toten ein improvisierter Gedenkort.
Stofftiere lehnen an Rahmen mit den Fotos von geliebten Menschen. Aufkleber mit Erinnerungsworten kleben an der Brüstung des Brunnens, Kerzen werden entzündet, persönliche Gegenstände abgelegt. Angehörige, Freunde und Freiwillige schufen hier einen ganz besonderen Raum, der mitten im Leben der Stadt Halt geben sollte. Sie hatten das Bedürfnis, nicht allein zu trauern, sondern dies mit Menschen um sie herum zu tun. Für viele der trauernden Angehörigen und Freunde ist es mehr als nur ein Mahnmal. Es ist der Beweis, dass die Söhne, Töchter, Eltern, Freunde, die getötet wurden, nicht vergessen sind.
Viele der Bilder der Opfer sind beschädigt oder verwittert
Mehr als zweieinhalb Jahre später hat sich das Bild jedoch merklich verändert. Viele der Bilder der Opfer sind beschädigt oder verwittert, Rahmen zerbrochen. Kerzenreste und Müll sammeln sich rund um die Brüstung des Brunnens, auf dem Sie aufgestellt sind. Regen und Witterung setzen den Materialien zu. Nachts........
