IDF: Drei Wochen Gefängnis fürs Grillen |
19. April 2026 – 2. Ijar 5786
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IDF: Drei Wochen Gefängnis fürs Grillen
In der Armee mehren sich Strafen wegen des Nichteinhaltens »religiöser Disziplin«. In der Bevölkerung sorgt dies für Empörung über Ungleichbehandlung
Was als Randnotiz aus dem militärischen Alltag begann, hat sich binnen weniger Tage zu einer breiten öffentlichen Debatte entwickelt: Mehrere Vorfälle in der israelischen Armee (IDF) werfen die Frage auf, ob religiöse Normen zunehmend Einfluss auf Disziplinarmaßnahmen beim Militär nehmen und ob dabei mit zweierlei Maß gemessen wird.
Auslöser der aktuellen Empörung war ein Fall bei der Grenzpolizei des Militärs gewesen: Vier Sanitäter, die als medizinisches Personal in Kampfeinheiten dienen, wurden zu zwei Wochen Militärgefängnis verurteilt, weil sie auf ihrem Stützpunkt während des Schabbat gegrillt haben. Israelischen Medienberichten zufolge wurden sie von einem religiösen Unteroffizier auf einem weit von den Kasernen entfernten Bereich der Militärbasis entdeckt.
Dieser meldete den Vorfall dem Stützpunktrabbiner, woraufhin ein höherer Offizier zunächst eine Strafe von drei Wochen Militärhaft im Gefängnis Beit Lid verhängte. Nach einer Berufung wurde die Strafe am folgenden Tag auf zwei Wochen reduziert, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk »Kan« berichtete. Der Vorwurf lautete, die Soldaten hätten »Religion und Judentum verletzt«. Für viele Beobachter steht die Härte der Strafe in keinem Verhältnis zur Tat und gilt als Ausdruck einer möglichen Verschiebung innerhalb der militärischen Disziplinpraxis.
Es formte sich umgehend Protest dagegen
Auch im Umfeld der Betroffenen formierte sich schnell Protest gegen die Entscheidung. Vor dem Militärgefängnis versammelten sich Angehörige und Unterstützer der Soldatinnen und Soldaten. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt eine Szene, in der Pe’er Elazar, der Vater einer der betroffenen Sanitäterinnen, per Megafon direkt zu seiner Tochter........