Haredi-Attacken werden immer gewalttätiger |
07. Juni 2026 – 22. Siwan 5786
AboAngebote PrintAbo-Service
AboAngebote PrintAbo-Service
Haredi-Attacken werden immer gewalttätiger
Streit um die Wehrpflicht ultraorthodoxer Juden eskaliert weiter: Neue Ausschreitungen in Jerusalem und Beit Schemesch
Die Bilder erinnern eher an hochpolitische Unruhen als an eine religiöse Protestbewegung: Hunderte ultraorthodoxe Demonstranten lieferten sich am Freitagabend in Jerusalem und Beit Schemesch heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Steine flogen, Barrikaden wurden errichtet. Auslöser der Proteste waren Festnahmen von Wehrdienstverweigerern sowie die Verhaftung von Personen nach dem Angriff auf das Haus des stellvertretenden Präsidenten des Obersten Gerichtshofs, Noam Sohlberg.
In Jerusalem versuchte die Menge nach Angaben von Sicherheitskräften immer wieder, das Tor der Polizeistation aufzubrechen, während sie gegen die Inhaftierung der 62 Personen protestierte, die wegen der Ausschreitungen in Sohlbergs Haus festgenommen worden waren.
Zustimmung zum Kriegshaushalt erkauft
IDF wollen 54.000 ultraorthodoxe Männer einberufen
Charedim waren lange Zeit von der Wehrpflicht befreit. Diese Ausnahme lief im Vorjahr aus. Das Militär verschickt nun Einberufungsbefehle. Wird ihnen auch Folge geleistet?
In Beit Schemesch, einer überwiegend von Haredim bewohnten Stadt in Zentralisrael, gaben Polizeibeamte an, dass Randalierer Steine und andere Gegenstände auf Polizisten warfen, die daraufhin Gewalt anwendeten, um die Menge aufzulösen. Ein säkularer Israeli wurde nach Angaben des Nachrichtenportals Ynet verletzt. Er berichtete, Demonstranten hätten ihm gegen den Kopf getreten.
Die Ausschreitungen fanden am Freitagabend nach Beginn des Schabbats statt. Nach traditioneller jüdischer Auslegung gilt dieser als Tag der Ruhe, an dem Arbeit und viele alltägliche Tätigkeiten untersagt sind. Umso größer war die Empörung in Teilen der israelischen Öffentlichkeit.
Auch die Opposition reagierte scharf. Avigdor Liberman, Vorsitzender der Partei Israel Beitenu schrieb auf X: »Selbst am Schabbat beweisen diese Wehrdienstverweigerer, dass sie weder jüdisch sind noch Gebote befolgen und keinen Gott haben.«
Armee........