Antisemitische Gewalt auf Höchststand seit Jahrzehnten
13. April 2026 – 26. Nissan 5786
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Antisemitische Gewalt auf Höchststand seit Jahrzehnten
Nach dem Gaza-Krieg werden Übergriffe gegen Juden in aller Welt zur Normalität
Im Schatten des Gaza-Krieges ist die Zahl schwerer antisemitischer Gewalttaten weltweit stark gestiegen. Das geht aus dem neuen Jahresbericht zum Antisemitismus hervor, den die Tel Aviv University veröffentlicht hat. Besonders im Westen beobachten die Forscher einen sprunghaften Anstieg physischer Angriffe auf Juden.
Im Jahr 2025 wurden 20 Juden bei vier verschiedenen Angriffen ermordet – die höchste Zahl an Todesopfern antisemitischer Gewalt seit mehr als drei Jahrzehnten. In vielen Ländern nahm zudem die Zahl der Menschen zu, die Opfer körperlicher Angriffe wie Schlägen oder Steinwürfen wurden.
Bei der Gesamtzahl antisemitischer Vorfälle, dazu zählen auch Vandalismus, Drohungen oder Online-Belästigungen, zeigt sich ein komplexeres Bild. In einigen Ländern stiegen die Zahlen, in anderen gingen sie leicht zurück. Insgesamt liegt das Niveau jedoch in nahezu allen westlichen Staaten weiterhin deutlich über dem Stand von 2022, also vor Beginn des Gaza-Krieges.
Bericht gilt als eines der wichtigsten internationalen Dokumente
Der Bericht gilt als eines der wichtigsten internationalen Dokumente zu diesem Thema und wird seit 2001 jährlich veröffentlicht. Er basiert auf Daten von Strafverfolgungsbehörden, jüdischen Gemeinden, spezialisierten Beobachtungsstellen sowie auf Interviews und Feldforschung der Wissenschaftler. Herausgegeben wird er vom Zentrum für das Studium des zeitgenössischen europäischen Judentums sowie dem Irwin-Cotler-Institut für Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit.
Eine zentrale Studie des Berichts analysierte antisemitische Angriffe, die zwischen 2020 und 2025 in den vier Ländern mit der größten jüdischen Bevölkerung – den USA, Frankreich, Kanada und Großbritannien – strafrechtlich verfolgt wurden. Grundlage waren tausende juristische Dokumente, Medienberichte und Interviews.
Der Höhepunkt der registrierten Vorfälle wurde unmittelbar nach dem 7. Oktober 2023 erreicht. Danach setzte zwar ein Rückgang ein, doch dieser Trend setzte sich im Jahr 2025 nicht fort. Für Uriya Shavit, Verfasser des 152-seitigen Berichts, Grund zu großer........
