„Es ist ein historischer Krieg“ |
28. Februar 2026 – 11. Adar 5786
AboAngebote PrintAbo-Service
AboAngebote PrintAbo-Service
»Es ist ein historischer Krieg«
Der israelische Sicherheitsexperte Amos Yadlin über die Iran-Offensive – und warum ihr Ende schwer vorhersehbar ist
Die neue militärische Offensive gegen den Iran stellt nach Einschätzung von Amos Yadlin, ehemaliger Chef des israelischen Militärgeheimdienstes und früherer stellvertretender Kommandeur der israelischen Luftwaffe, einen historischen Einschnitt dar. Yadlin, einer der einflussreichsten Sicherheitsexperten Israels, spricht von einer militärischen und geheimdienstlichen Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten, die so zum ersten Mal geschieht.
»Diese Kooperation, diese Intensität – das hat es so noch nicht gegeben«, sagt Yadlin. Entscheidend sei vor allem eine »unvergleichliche Geheimdienstarbeit in Echtzeit«. Sie ermögliche Angriffe mit außergewöhnlicher Präzision. »Die Schläge sind bis auf zwei Meter genau, und das bringt ungemeine Vorteile.«
Bereits im Juni 2025 hatte Israel mit einer Kombination aus verdeckten Operationen im Iran und Luftangriffen zentrale iranische Kräfte geschwächt. Doch diesmal unterscheide sich der strategische Ausgangspunkt grundlegend. Anders als damals habe nicht Israel den Konflikt eröffnet, sondern – zumindest indirekt – die innenpolitische Krise im Iran selbst. »Dieses Mal hat das iranische Volk mit seinen Demonstrationen den Prozess ausgelöst«, meint Yadlin.
Israel und USA schweigen über genaue Abstimmung
Über die genaue operative Abstimmung schweigen beide Regierungen. Yadlin geht jedoch von einer funktionalen Arbeitsteilung aus: Die Vereinigten Staaten konzentrierten sich vermutlich auf Nuklearanlagen, während Israel vor allem ballistische Raketenprogramme, Abschussstellungen sowie militärische Führungsstrukturen angreife. Juristische Einschränkungen könnten Washington davon abhalten, gezielt Mitglieder der politischen Führungsriege zu töten. Israel hingegen nehme offenbar auch ranghohe Kommandeure ins Visier. Auf möglichen Ziellisten stünden Marine- und Raketenkommandeure ebenso wie führende Vertreter der Revolutionsgarde.
Die militärischen Ziele seien klar definiert: Kommandozentren der Raketenstreitkräfte, Abschussrampen, die industrielle Infrastruktur für ballistische Raketen, Luftverteidigungssysteme sowie weitere Schläge gegen Teile des Atomprogramms, die bei der Operation im Sommer 2025 nicht vollständig zerstört worden seien.
Eine vollständige strategische Überraschung wie im vergangenen Jahr gab es diesmal nicht. Teheran habe mit einem möglichen Angriff gerechnet – insbesondere angesichts der amerikanischen........