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Das Problem bei der Wurzel packen

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13.06.2019

Vor genau zwei Wochen bat mich ein Kippa tragender Bekannter aus Frankreich um Rat. Er und ein paar Freunde waren wegen seines Junggesellenabschieds zu Besuch in Berlin‐Charlottenburg. Er sei nicht sicher, in welche Synagoge sie am Samstag gehen sollten.

Nachdem wir in zahlreichen Textnachrichten diskutiert hatten, welche es auf keinen Fall sein dürfe und welche trotz allem okay sei, schrieb ich ihm zum Abschied: »Viel Spaß beim Feiern, Jungs. Ach ja: Morgen ziehen in eurer Ecke Antisemiten durch die Stadt, tragt lieber keine Kippa.«

AL‐QUDS‐MARSCH Zwei Tage darauf mogelte ich mich, wie fast jedes Jahr seit 2014, in den Al‐Quds‐Marsch und wurde auch diesmal Zeuge ekelerregend israelfeindlicher, antiamerikanischer, antidemokratischer, weltverschwörerischer Rhetorik. Die Stimmung war aufgeheizt, Israel und die USA wurden verteufelt, die typische Mullah‐Propaganda aus Teheran lautstark verbreitet.

»Bruder, bitte zieh Dein T‐Shirt aus, wir dürfen das leider nicht.«
»Dann gehe ich.«
Sagte er und ging im Schlepptau mit maximal 10 Jahre altem Sohn, der dort, wo die Hamas regiert, bald im Terror‐Sommerlager ausgebildet würde.#gegenqudsmarsch#keinqudstag #NoAlQuds pic.twitter.com/9lIPosNgdx

— Leonard Kaminski (@LeonardKaminski) June........

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