Der Iran, der Krieg und das Völkerrecht |
04. März 2026 – 15. Adar 5786
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Der Iran, der Krieg und das Völkerrecht
Das Völkerrecht soll Menschen schützen. Wenn es zum Selbstzweck erhoben und höher gewichtet wird, als die Schicksale der Entrechteten, verliert es seinen Sinn
04.03.2026 11:04 Uhr
Als die iranischen Staatsmedien am Sonntag den Tod des »Obersten Führers« Ajatollah Ali Chamenei bestätigten, brach unter Iranern weltweit Jubel aus. In Teheran hallten Rufe aus den Fenstern, auf den Straßen ertönten Hupkonzerte. Hunderttausende Exil-Iraner feierten das Ende der Mullahs und riefen »Danke, Trump und Netanjahu!«.
Der Despot Chamenei und Teile seiner Führungsriege waren bei gezielten amerikanischen und israelischen Luftangriffen ums Leben gekommen.Doch während viele Betroffene das Ende der jahrzehntelangen Unterdrückung feiern, beginnt andernorts bereits eine grundsätzliche Debatte. Juristen und Politiker verweisen auf das Völkerrecht, mahnen zur Einhaltung internationaler Normen. Solche Einwände mögen legitim sein, sie greifen jedoch zu kurz.
Völkerrecht ist kein Selbstzweck, sondern soll Menschen schützen. Wird es höher gewichtet als jene, die seit Jahrzehnten entrechtet, verfolgt und gedemütigt werden, verliert es seinen Sinn. Es geht um Frauen, die für Selbstbestimmung in Haft kamen, um Jugendliche, die für Proteste ihr Leben riskierten, um Oppositionelle und Homosexuelle, die unter permanenter Bedrohung leben. Völkerrecht darf nicht zum Deckmantel der Tyrannei werden.
Auch die Perspektive Israels macht deutlich, warum völkerrechtliche Prinzipien allein nicht genügen. Das Mullah-Regime hat die Vernichtung Israels zur Staatsdoktrin erhoben, rüstet atomar auf und stellt damit die Grundlagen internationaler Ordnung infrage.
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kuehn@juedische-allgemeine.de
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