Unpolitisch war gestern

26. August 2026 – 13. Elul 5786

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Unpolitisch war gestern

Der ESC unterliegt künftig neuen Regeln für Krisenstaaten, Israel kann nach wie vor am Wettbewerb teilnehmen. Noch ist das keine Lex Israel. Aber der Eindruck entsteht

Der Eurovision Song Contest (ESC) will unpolitisch sein. Deshalb beschließt er neuerdings immer mehr Regeln, die sich um Politik drehen. Es sind Bestimmungen, die zwar allgemein formuliert sind, politisch aber vor allem Israel treffen.

Die European Broadcasting Union (EBU), die den ESC ausrichtet, hat für 2027 festgelegt, dass ein Gewinnerland unter bestimmten Umständen nicht Gastgeber werden darf. Nämlich wenn ein bewaffneter Konflikt, eine geopolitisch heikle Situation oder andere Umstände die Sicherheit und Stabilität des Landes oder seiner unmittelbaren Region beeinträchtigen. Gegebenenfalls soll eine unabhängige Sicherheitsprüfung erfolgen. Die Teilnahme bleibt ausdrücklich unberührt.

Das Problem ist nicht, dass eine solche Sicherheitsregel absurd wäre. Im Gegenteil, natürlich ist es vernünftig, einen internationalen Großanlass nicht in eine akut gefährdete Region zu vergeben. Aber dann muss die Regel wirklich als allgemeine Sicherheitsregel funktionieren – und nicht den Eindruck erwecken, als sei sie nachträglich für einen konkreten Konflikt passend gemacht worden. Das tut sie aber.

Eine Regel kann formal neutral sein und trotzdem politisch nicht neutral wirken.........

© Juedische Allgemeine