Antisemitisch – auch ohne Absicht?

04. Mai 2026 – 17. Ijar 5786

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Antisemitisch – auch ohne Absicht?

Antisemitisch – auch ohne Absicht?

Wenn Täter als psychisch krank gelten, verliert ein Hassverbrechen schnell sein Etikett. Doch für Betroffene bleibt die Bedrohung real. Ein Zürcher Fall zeigt das nun besonders eindrücklich

Ein Mann wollte im August 2024 eine Zürcher Synagoge in Brand stecken. Die Tat misslang ihm, er flüchtete und wurde noch in derselben Nacht festgenommen. Die Polizei ging nicht von einem extremistischen Motiv aus, der Mann sei schließlich psychisch verwirrt gewesen.

Der Täter gestand den Brandanschlag auf das jüdische Gotteshaus. Er kam vor Gericht. Nun wurde er freigesprochen.

Zur Erinnerung: Die Attacke stürzte Zürichs jüdische Gemeinde in große Verunsicherung. Es war kein halbes Jahr her, nachdem ein islamistisch motivierter Täter einen orthodoxen Juden mit einem Messer niedergestochen hatte, der die Attacke damals nur knapp überlebte. Gewalt gegen Juden findet überall statt, auch in der Schweiz.

Davon will die Zürcher Justiz aber offensichtlich nichts wissen - und folgte implizit dem Narrativ des Täters. Es sei »nur ein Schauspiel gewesen«, das er vor der Synagoge habe inszenieren wollen,........

© Juedische Allgemeine