Epstein-Skandal: Peter Mandelson festgenommen |
23. Februar 2026 – 6. Adar 5786
AboAngebote PrintAbo-Service
AboAngebote PrintAbo-Service
Epstein-Skandal: Peter Mandelson festgenommen
Nach Ex-Prinz Andrew wird nun auch das frühere Kabinettsmitglied Peter Mandelson wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Sexualstraftäter Epstein festgenommen
23.02.2026 22:13 Uhr
Im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal ist der frühere britische Wirtschaftsminister und Botschafter Peter Mandelson festgenommen worden. Das berichteten britische Medien am Abend unter Berufung auf Polizeikreise. Mandelson wird demnach Fehlverhalten im öffentlichen Amt vorgeworfen.
Der 72-Jährige war wegen seiner engen Beziehung zum verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in den Fokus von Ermittlungen geraten. Der Fall hatte eine Regierungskrise in London ausgelöst, in deren Verlauf das Amt von Premierminister Keir Starmer zeitweise am seidenen Faden zu hängen schien.
Hat Mandelson Insider-Informationen an Epstein weitergegeben?
Hintergrund waren die jüngsten Veröffentlichungen aus den Epstein-Akten des US-Justizministeriums. Daraus scheint hervorzugehen, dass Mandelson enger mit Epstein verbandelt war als bislang bekannt.
Als Minister in der Regierung von Premier Gordon Brown soll er Epstein die Entscheidung seiner Regierung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Euro-Krise einen Tag vor deren offizieller Verkündung an Epstein vermeldet haben. Mandelson war damals Wirtschaftsminister. Zuvor amtierte er von 2004 bis 2008 britischer EU-Kommissar in Brüssel.
Ähnliche Vorwürfe gegen Ex-Prinz Andrew
Der amtierende Premierminister Keir Starmer geriet in die Kritik, weil er zugeben musste, von der Freundschaft zwischen Mandelson und Epstein gewusst zu haben, als er ihn vor einem Jahr zum britischen Botschafter in Washington ernannte. Diesen Posten musste Mandelson nur Monate später wieder räumen.
Der 2019 in der Haft gestorbene Jeffrey Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring mit einer bis heute nicht bekannten Zahl an Opfern betrieben. Erst in der vergangenen Woche war auch der frühere Prinz Andrew wegen ähnlicher Vorwürfe festgenommen worden. Er kam aber wieder auf freien Fuß.
Mandelson legte vor kurzem sein Mandat als Mitglied des Oberhauses zurück, will aber den Titel eines »Lord« weiter führen. Der Politiker war in den 90er Jahren eine der treibenden Kräfte hinter der Neuausrichtung der Labour Party unter Tony Blair. Nach dem Wahlsieg 1997 amtierte Mandelson kurzzeitig als Minister, musste später aber gleich zwei Mal wegen Skandalen seinen Hut nehmen.
Peter Mandelson hat väterlicherseits jüdische Vorfahren. Sein Großvater Norman Mandelson war Mitgründer der Vereinigten Synagogengemeinde in Harrow, nordwestlich von London. dpa/ja
Ermittlungen nach Hitlergruß vor Rabbiner in Lyon
Nach einem Hitlergruß gegenüber einem Rabbiner in Lyon hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Gedenkmarsch für einen getöteten rechten Aktivisten am Wochenende?
von Johannes Peter Senk 23.02.2026
Jüdischer Eishockey-Star Jack Hughes schießt USA zu historischem Olympia-Gold
Der 22-Jährige erzielt den entscheidenden Treffer gegen Kanada und beendete damit eine 46 Jahre lange Durststrecke der amerikanischen Männer-Auswahl
Hoffen auf ein Wunder
Eine der letzten Synagogen des Londoner East End könnte trotz aller Rettungsversuche zu einer Moschee werden
von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski 22.02.2026
»Grey’s Anatomy«-Star Eric Dane im Alter von 53 Jahren gestorben
Nach Angaben seiner Familie erlag er Komplikationen infolge seiner ALS-Erkrankung
Königliches Versagen im Kulturbetrieb
Das renommierte Reina-Sofía-Museum in Madrid setzt eine Schoa-Überlebende vor die Tür. Die Existenz des Juden wird zur Provokation, die Befindlichkeit des Antisemiten zum schützenswerten Gut. Spanien ist verloren!
von Louis Lewitan 19.02.2026
RTS entschuldigt sich für Olympia-Kommentar
Ein Live-Kommentar über den israelischen Bobfahrer Adam Edelman sorgte für Empörung – nun entschuldigt sich RTS und spricht von einem »unangemessenen Format«
von Nicole Dreyfus 19.02.2026
Alexander Lukaschenko sucht die Nähe zu den USA und gibt sich philosemitisch
von Alexander Friedman 18.02.2026
In Andorra wird zum Karneval eine Israel-Puppe hingerichtet
In dem kleinen Fürstentum in den Pyrenäen wurde beim Karneval einer Puppe mit Davidstern der Prozess gemacht - die jüdische Gemeinschaft ist empört
Eklat im Schweizer öffentlich-rechtlichen: Das RTS und der Israelhass
Der eigentliche Skandal ist die Rechtfertigung des öffentlich-rechtlichen Senders. Eine Rundfunkanstalt sollte ihre publizistischen Leitlinien immer einhalten und auch bei Israel keine Ausnahme machen.
von Nicole Dreyfus 17.02.2026
+49 30 275833 0 Mo-Do 9-17 Uhr Fr 9-14 Uhrverlag@juedische-allgemeine.deredaktion@juedische-allgemeine.de
© 2026 Jüdische Allgemeine Impressum/Datenschutzerklärung/AGB/Privatsphäre