Bayerns 180-Grad-Restitutionswende
14. Juli 2026 – 29. Tamus 5786
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Bayerns 180-Grad-Restitutionswende
Der Freistaat hat sich entschieden, eine Bronze von Picasso zurückzugeben und dabei gleich seinen Umgang mit NS-Raubkunst zu reformieren
Die bayerische Landesregierung hat am Dienstag entschieden, eine Bronzebüste von Pablo Picasso an die Erben des jüdischen Kunsthändlers Alfred Flechtheim (1878-1937) zu restituieren. Damit endet nicht nur ein jahrelanger Rechtsstreit. Der Schritt markiert auch eine Wende in der bisher sehr restriktiven Restitutionspolitik in Bayern. Denn neben der Rückgabe beschloss das Kabinett auch wegweisende Reformen, die die Bewertung von Fällen in die Hände einer unabhängigen Kommission gibt.
2022 wurde dem Marburger Rechtsanwalt Markus Stötzel, der seit fast 20 Jahren die Erben von Alfred Flechtheim vertritt, zugetragen, dass sich im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen (BSGS) auch eine der Bronze-Büsten »Fernande/Beatrice« des spanischen Künstlers Pablo Picasso befinden soll.
Sie wurde 1905 angefertigt und war bis 1933 im Privatbesitz von Flechtheim. 1964 wurde sie dann von den BSGS erworben und befindet sich seither im Bestand der Münchner Neuen Pinakothek.
Mit seinem Restitutionsantrag biss Stötzel in München aber lange Zeit auf Granit. 2024 wurde er vom bayerischen Staatsminister für Kunst und Wissenschaft, Markus Blume (CSU), abgelehnt, obwohl der damalige Museumsdirektor zuvor auf Rückgabe plädiert hatte. Noch im vergangenen Jahr verweigerte Blumes Haus Stötzel die Akteneinsicht. Dabei hatte der Minister noch kurz zuvor ausdrücklich »Transparenz und Tempo« bei der Klärung anhängiger Restitutionsfälle gelobt.
Anfang 2025 hatten Berichte der »Süddeutschen Zeitung« über eine BSGS-Liste, in der angeblich Hunderte mutmaßlich........
