Wer waren Marty Reisman und Alojzy Ehrlich? |
12. März 2026 – 23. Adar 5786
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Wer waren Marty Reisman und Alojzy Ehrlich?
Der Oscar-nominierte Film »Marty Supreme« knüpft an wahre Biografien an
Selbstverständlich handelt es sich bei »Marty Mauser« nicht um Marty Reisman. Und genauso selbstverständlich ist »Béla Kletzko« nicht Alojzy Ehrlich. Die Erstgenannten sind Rollennamen in dem für insgesamt neun Oscars nominierten Film Marty Supreme. Die Zweitgenannten sind historische Personen, die für den Film und seine Charaktere entfernt als Vorbilder dienten.
Reisman und Ehrlich sind Tischtennisspieler, die in einer Zeit von ihrem Sport leben wollten, als das nicht gerade leicht war. Und beide sind Juden mit sehr unterschiedlichen Biografien.
Marty Reisman (1930–2012) ist ein New Yorker, der eine ganze Reihe Stereotype verkörpert: schrill, lebenslustig, risikobereit und auch arrogant. Im Film wird er als eine Mischung aus Hallodri und Betrüger gezeichnet. »Ich bin nie einer Wette aus dem Weg gegangen«, zitierte die »New York Times« den echten Reisman kurz vor seinem Tod.
Alojzy Ehrlich (1914–1992), der sich später Alex nannte, stammt aus Polen. Tischtennis lernte er in dem jüdischen Verein Hasmonea Lwów. Sein Klub war keine Ausnahme, etwa die Hälfte aller polnischen Tischtennisvereine in den 30er-Jahren war jüdisch. 1943 wurde Ehrlich nach Auschwitz deportiert. Er überlebte, weil ihn ein SS-Mann als Weltklasse-Tischtennisspieler erkannt haben soll. Um nicht ermordet zu werden, bekam Ehrlich den gefährlichen Auftrag, Bomben zu entschärfen.
Ein SS-Mann soll Ehrlich in Auschwitz als Tischtennisprofi der Weltklasse erkannt haben.
Ein SS-Mann soll Ehrlich in Auschwitz als Tischtennisprofi der Weltklasse erkannt haben.
Was für Ehrlich auf so dramatische Weise stimmt, trifft auf Reisman auch zu: Tischtennis war sein Leben. Beide Männer konnten und wollten nichts anderes machen als dieses Spiel mit Ball und Schläger.
Reisman wurde im Alter von 13 Jahren New Yorker Juniorenmeister. Er jobbte in einem Schuhgeschäft, doch immer wieder spielte er in New Yorker Läden........