Signale am Gleis 17 |
15. März 2026 – 26. Adar 5786
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Aktivisten möchten aus dem ehemaligen Bahnwärterhaus eine Info-Werkstatt zur Schoa machen
Die kleine Installation überrascht. »Weckruf Gleis 17. Bahnwärterhaus – Weichen fürs KZ« ist auf einem der angeklebten Zettel an der Hauswand des ehemaligen Bahnwärterhauses am Gleis 17 des Bahnhofs Berlin-Grunewald zu lesen, darunter Fragen wie »Warum Leerstand?« und »Wer hat Ideen?«. Erst vor ein paar Wochen hingen sie dort für einige Stunden, dann nahmen Irmela Mensah-Schramm und Wolfgang Göschel sie wieder ab. »Wir wollten mal sehen, wie die Leute, die hier vorbeikommen, auf unsere Botschaften reagieren«, sagt Göschel. Es kamen an dem kalten Wintertag nur wenige.
An diesem März-Sonntag stehen die beiden Aktivisten wieder vor dem verwaisten kleinen Gebäude. Türen und Fenster sind zugemauert, eine Stahltür ist verschlossen. Die Regenrinnen sehen neu aus. Es steht mitten im Nirgendwo zwischen den zugewachsenen Gleisen, nur wenige Meter von der Stelle entfernt, an der an Gedenktagen Blumen niedergelegt werden.
Vor fünf Jahren trafen sich die beiden Aktivisten zufällig an der Spiegelwand.
Vor fünf Jahren trafen sich die beiden Aktivisten zufällig an der Spiegelwand.
Wolfgang Göschel ist öfter vor Ort und hat eine Vision. Der 86-jährige Architekt war schon einer der Initiatoren der Steglitzer Spiegelwand, die die Namen der in der Schoa deportierten Juden verewigt. Der Berliner und seine Mitstreiter wie Irmela Mensah-Schramm möchten eine Info-Werkstatt in dem roten Backsteinhaus einrichten. Sie soll auch darüber informieren, welche Rolle das Bahnwärterhaus während der Schoa spielte.»Eine bedeutende«, meint der Architekt, denn von hier wurden buchstäblich die Weichen für die Vernichtung der Berliner Juden gestellt. Stellwärter sorgten dafür, dass die für die Fahrt ins KZ bestimmten Züge aufs richtige Gleis fuhren. Daran möchte Göschel erinnern.
»Auf diese Weise wird die Info-Werkstatt mit der neuen Nutzung des Gebäudes in das Gedenkkonzept von Gleis 17 integriert und betont gleichzeitig die Funktion und Atmosphäre des historischen Ortes«, so Wolfgang Göschel. Das Haus sei eine Schlüsselstelle für die Deportation. Bisher würden die Besucher am........