In sichere Hände |
14. März 2026 – 25. Adar 5786
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Die Israelitische Religionsgemeinde bekommt eine hebräische Bibel von 1906 geschenkt
Es ist eine ungewöhnliche, dafür aber sehr fröhliche Szene, die sich an einem Freitag im Februar bei strahlendem Sonnenschein auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in Leipzig abspielt. Am Grab von Werner Jacob Sander, dem 1975 verstorbenen Oberkantor der örtlichen jüdischen Gemeinde, bekommen der Gemeindevorsitzende Küf Kaufmann und Rabbiner Zsolt Balla eine in dunkles Geschenkpapier eingeschlagene Box überreicht.
Darin liegt, wie sie der versammelten Presse begeistert zeigen, ein altes Buch: eine Biblia Hebraica, die 1906 im Leipziger Verlag J. C. Hinrichs erschien. Der Ort ist bewusst gewählt: Dieser Tanach hat einmal dem hier begrabenen Werner Sander gehört, der 1962 den Leipziger Synagogalchor gegründet hat.
Dieser Tanach gehörte dem hier begrabenen Oberkantor Werner Sander.
Hauptperson heute ist aber eine elegante und energiegeladene ältere Dame: Schenkerin Irene Rotzsch, die zur Übergabe des Buches ihre Zwillingsschwester Helga Schmidt mitgebracht hat. Die 86-Jährige hat fast 30 Jahre lang im Leipziger Synagogalchor gesungen. Um die Texte, die sie da singt, zu verstehen, hat sie sich damals sogar selbst ein bisschen Hebräisch beigebracht – mithilfe eines deutsch-hebräischen Gebetbuches. Erst im Jahr 2002 hat Rotzsch sich aus dem Chor zurückgezogen. »Als Urgroßmutter steht man da nicht so gern«, sagt sie mit einem Lächeln.
Über den Synagogalchor ist sie auch zum Tanach gekommen, den sie heute der Leipziger Gemeinde schenkt. Denn der........