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Vor 80 Jahren schlossen die Nazis alle jüdischen Schulen

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30.06.2022

Als Rudolf Appel am 23. November 1938 an seinen Vater schreibt, sitzt dieser bereits im Konzentrationslager. Nazis haben Julius Appel nach den Novemberpogromen wie Zehntausende andere jüdische Männer auch verschleppt: Die Postkarte seines 13-jährigen Sohnes ist nach Dachau adressiert, an den »Schutzhaftjuden J. Appel«, Block 12, Stube 2. Rudolf teilt darin mit: »Ich gehe jetzt in die Schule, wo meine anderen Freunde sind und es gefällt mir sehr gut.« Unterschrieben hat das Kind mit »Denny«, auch seine Mutter hat ein paar Zeilen an ihren Ehemann verfasst.

Nach den Gewaltexzessen der Novemberpogrome wurden jüdische Schüler aus Volks- und höheren Schulen ausgeschlossen

So nüchtern Rudolf seinen Schulwechsel in Mannheim beschreibt - er erfolgte keineswegs freiwillig. Sondern lag auf dem Weg zur allmählichen systematischen Ausgrenzung von Juden in der NS-Zeit, die in die Ermordung von rund sechs Millionen europäischen Juden mündete. Nach den Gewaltexzessen der Novemberpogrome wurden jüdische Schüler aus Volks- und höheren Schulen ausgeschlossen und mussten jüdische Einrichtungen besuchen -........

© Juedische Allgemeine


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