Studie: Gedanken an andere Partner sind kein Treuebruch |
Fantasien über eine frühere Beziehung oder das Interesse an einer anderen Person sind nach Einschätzung einer israelischen Forscherin weder ungewöhnlich noch ein Zeichen mangelnder Loyalität. Eine neue Studie der Universität Tel Aviv stellt gängige Vorstellungen von Monogamie und Treue grundsätzlich infrage und beschreibt intime Beziehungen als bewegliches Kontinuum statt als starres Entweder-oder. »Ynet« berichtete zuerst.
»Monogamie und Nicht-Monogamie sind – ähnlich wie Homo- und Heterosexualität – keine Gegensätze oder zwei klar getrennte Zustände, sondern ein Kontinuum, auf dem sich Menschen im Laufe ihres Lebens bewegen«, sagt die Sozialarbeiterin Shlomtsion Kaufman-Rosenberg, die sich auf Paar- und Beziehungsdynamiken spezialisiert hat.
Die öffentliche Debatte über Partnerschaften sei häufig von einfachen Gegensätzen geprägt, erklärt die Forscherin. »Intimität wird meist binär gedacht: entweder Monogamie oder Verrat, Loyalität oder Trennung, Stabilität oder Abenteuerlust. Doch meine in Israel durchgeführte Forschung zeichnet ein deutlich komplexeres Bild.«
Kaufman-Rosenberg untersuchte in einer Vorstudie unter Leitung von Professor Karni Ginzburg an der Fakultät für Sozialarbeit der Universität Tel Aviv zwei zentrale Fragen:........