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Proteste im Iran: Ärzte berichten von gezielten Schüssen auf Augen

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Bei den anhaltenden Massenprotesten im Iran berichten Ärzte aus Teheran von einer dramatischen Zunahme schwerer Schussverletzungen. Besonders auffällig sei die hohe Zahl von Augenverletzungen, die durch Kugeln oder Schrotmunition verursacht worden seien. Internationale Medien wie CNN und »The Guardian« berufen sich auf Aussagen mehrerer Mediziner, die in überlasteten Krankenhäusern gearbeitet haben.

Ein iranischer Arzt, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben will und das Land inzwischen verlassen hat, schilderte den Zusammenbruch der medizinischen Versorgung, nachdem die Behörden vergangene Woche das Internet weitgehend abgeschaltet hatten. Nur deshalb könne er jetzt öffentlich sprechen, sagte er in einem Interview mit »IranWire«: »Ich habe erlebt, was wir in der Medizin eine Massenverletztenlage nennen. Das ist der Moment, in dem die eigenen Möglichkeiten und Kapazitäten deutlich geringer sind als die Zahl der Patienten.«

Nach Angaben eines Augenarztes wurden allein in einem Krankenhaus mehr als 400 Schussverletzungen an den Augen dokumentiert. Das medizinische Personal sei kaum noch in der Lage gewesen, die Verletzten zu versorgen. Mehrere Ärzte erklärten übereinstimmend, dass sich die Schusswunden auffallend häufig auf Köpfe und Augen der Demonstranten konzentrierten.

»Die Sicherheitskräfte schießen gezielt auf Kopf und Augen. Sie wollen den Kopf und........

© Juedische Allgemeine