Daniel Libeskind warnt vor Judenhass und AfD-Erfolgen |
08. Mai 2026 – 21. Ijar 5786
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Daniel Libeskind warnt vor Judenhass und AfD-Erfolgen
In einem Interview kritisiert der Architekt die israelische Regierung und äußert Sorgen in Zusammenhang mit dem Erstarken der AfD in der Bundesrepublik. Auch spricht er über jüdische Identität
08.05.2026 11:28 Uhr
Daniel Libeskind sieht das jüdische Leben in Deutschland angesichts zunehmenden Antisemitismus und wachsender politischer Spannungen vor neuen Herausforderungen. In einem Interview mit dem »SZ Magazin« äußerte sich der Schöpfer des Jüdischen Museums Berlin besorgt über gesellschaftliche Entwicklungen in Deutschland und kritisierte zugleich die Politik von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu scharf.
Mit Blick auf die Lage in Deutschland sagte Libeskind, das Land habe sich lange klar zu seinen demokratischen Werten bekannt. »Doch auch das kann sich ändern, wenn die AfD an immer mehr Orten an die Macht kommt«, warnte der Architekt, der am Dienstag 80 Jahre alt wird. Antisemitische Tendenzen sieht er inzwischen nicht mehr nur am rechten Rand. »In Deutschland gab es immer die Rechten mit ihrer neofaschistischen Haltung. Aber mittlerweile gibt es das auch auf der linken Seite, im progressiven Lager.«
Libeskind, dessen Eltern den Holocaust überlebten, sprach ausführlich über seine jüdische Identität. Jüdisch zu sein bedeute für ihn nicht in erster Linie Religion, sondern Zugehörigkeit und Tradition. »Jüdisch zu sein hat nichts damit zu tun, religiös zu sein. Es ist eine Identität. Ein Bekenntnis zu........