Bob Dylan wird 85: Genie, Grenzgänger und niemals greifbar

18. Mai 2026 – 2. Siwan 5786

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Bob Dylan wird 85: Genie, Grenzgänger und niemals greifbar

Die berühmte Frage in seinem bekanntestem Song lehnt sich direkt an diese Geschichte an: Wie fühlt es sich an, ohne ein Heim zu sein, wie ein völlig Unbekannter, wie ein rollender Stein?

Timothy Chalamet mag sie offenbar: komplexe, irgendwie unsympathische und doch hinreißende Figuren. Was der Schauspieler in Marty Supreme auf die Spitze getrieben hat, hatte sich in seiner vorherigen Glanzrolle schon angedeutet: Sein Bob Dylan war kantig, schnoddrig - und großartig. Passend zu jenem Dichter, der seinen Literaturnobelpreis - den ersten überhaupt für einer Songwriter - nicht persönlich abgeholt hat. Zu Dylans 85. Geburtstag am 24. Mai bleibt die Faszination ungebrochen.

Aufgewachsen in einer liberal-jüdischen Familie, wollte schon der junge Robert Allen Zimmerman vor allem eines: singen und Gitarre spielen. Umso deutlicher wurde ihm dies mit 16 Jahren: Drei Tage, nachdem er ein Konzert von Buddy Holly besucht hatte, starb der »Peggy Sue«-Sänger bei jenem Flugzeugabsturz, der den »Day the Music Died« begründete (den Tag, an dem die Musik starb). Der Student Zimmerman befasste sich mit dem Bürgerrechtler Woody Guthrie, dem er den »Song for Woody« widmen sollte, und entdeckte den Folk für sich.

Der Rest ist Geschichte, könnte man an dieser Stelle sagen: Eher zufällig wurde der Dichter Dylan Thomas zu seinem Namenspatron, wie der Musiker später verriet. Offiziell nennt sich Zimmerman seit 1962 Bob Dylan. Ihn begeisterten........

© Juedische Allgemeine