Bob Dylan - Der geniale Sonderling |
19. Mai 2026 – 3. Siwan 5786
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Bob Dylan - Der geniale Sonderling
Protestlieder, elektrischer Rock, Country-Alben, religiöse Musik. Die Welt hat ihm einige der einflussreichsten Musikstücke zu verdanken. Eine Ikone wollte er aber nie sein
Es gibt eine Sache, die Bob Dylan im Laufe seiner Karriere trotz aller Anstrengungen nie gelungen ist: nicht als Ikone von den Massen verehrt zu werden. Ob Protestlieder, elektrischer Rock, Country-Alben oder religiöse Musik - das Gesamtwerk des Ausnahmemusikers gilt als Meilenstein der Musikgeschichte. Sogenannte Dylanologen sezieren seine Texte bis heute – und selbst mit seinen teils bizarren Konzerten begeistert der am Sonntag 85 Jahre alt werdende Dylan seine Fangemeinde weiter.
Am 24. Mai 1941 wird Bob Dylan in der Hafenstadt Duluth im US-Bundesstaat Minnesota als Robert Allen Zimmerman geboren. Seine Kindheit verbringt er in der vom Bergbau geprägten Stadt Hibbing. Dylans Eltern sind Nachfahren von ukrainisch-jüdischen Einwanderern und gar nicht davon angetan, dass ihr Sohn Musiker werden will. Der früh vom Folk begeisterte Dylan bringt sich selbst das Gitarre- und Klavierspielen bei und schreibt schon als Jugendlicher eigene Songs.
Mit 19 Jahren zieht er nach New York City und spielt in kleineren Clubs im Greenwich Village, einem Zentrum der Gegenkultur der Sechzigerjahre. Innerhalb weniger Monate unterzeichnet er bei einem Label und bringt noch im selben Jahr sein erstes Album heraus. Um die Zeit nimmt er auch seinen Künstlernamen an, den er sich beim walisischen Dichter Dylan Thomas geliehen hat. Er habe sich nie als Robert Allen Zimmermann verstanden, sagte Dylan. Seine Vorbilder zu der Zeit sind der linke Folk-Sänger Woody Guthrie und Blues-Musiker wie Robert Johnson oder Leadbelly.
Stimme der Bürgerrechtsbewegung
Der Durchbruch kommt 1963 mit dem Song »Blowin’ In The Wind«, den das lyrische Ausnahmetalent in zehn Minuten geschrieben haben soll. Im August desselben Jahres tritt er gemeinsam mit Joan Baez beim »Marsch auf Washington« der Bürgerrechtler um Martin Luther King auf. Vor über 100.000 Menschen singt er das Lied »When The Ship Comes in« - kurz bevor King seine Rede mit dem berühmten Zitat »I have a dream« hält.
Dylan gilt als eine Stimme der Bürgerrechtsbewegung, wenn auch nicht als unumstrittene: Er war ein weißer Folksänger aus Minnesota, der sich stark aus schwarzen Musiktraditionen wie Blues oder........