Wie der Fußball Eddy rettete |
16. Juli 2026 – 2. Aw 5786
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Wie der Fußball Eddy rettete
Die Jüdische Gemeinde und Schulen der Region trugen den Emanuel-Schaffer-Cup aus – in Erinnerung an den legendären israelischen Trainer
Eddy war zurück in Recklinghausen. So könnte man es zumindest deuten, dass in der Ruhrgebietsstadt vor einiger Zeit ein Fußballturnier um den Emanuel-Schaffer-Pokal ausgetragen wurde, veranstaltet von Recklinghäuser Schulen und der Jüdischen Gemeinde.
Erinnert werden soll damit an den bedeutendsten Trainer, den der israelische Fußball je hervorgebracht hat: Emanuel »Eddy« Schaffer. Von 1964 bis 1967, als Israel noch fußballerisch zu Asien gehörte, gewann die von Schaffer trainierte U19-Nationalmannschaft viermal hintereinander die asiatische Jugendmeisterschaft. 1968 führte er als Trainer der A-Nationalmannschaft sein Team zu den Olympischen Spielen, wo es das Viertelfinale erreichte – und das Halbfinale nur durch einen Münzwurf verpasste.
1970 gelang Schaffer der bislang größte Erfolg des israelischen Verbandsfußballs: die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Mexiko – mit einem 1:1 gegen Schweden und einem 0:0 gegen Italien.
»Mein Vater hat den Fußball immer als eine Brücke zwischen Menschen und Kulturen gesehen«
Derlei Weltklassefußball war in Recklinghausen nicht zu sehen. Aber Moshe Schaffer, der Sohn von Eddy, war aus Israel angereist. »Mein Vater hat den Fußball immer als eine Brücke zwischen Menschen und Kulturen gesehen«, schrieb er im Anschluss. »Und diese Veranstaltung hat genau diesen Geist widergespiegelt.«
Moshe Schaffer nahm auch die Siegerehrung vor – gemeinsam unter anderem mit Ari Rappoport vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe und mit Mark Gutkin von der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen. Das nach Moshe Schaffers Vater benannte Turnier, das erstmals ausgespielt wurde, hat sich »Respekt, Toleranz und Völkerverständigung« als Werte mitgegeben, und das hat wohl geklappt.
1970 nahm er mit Israel an der WM in Mexiko teil, mit 1:1 gegen Schweden und 0:0 gegen Italien.
1970 nahm er mit Israel an der WM in Mexiko teil, mit 1:1 gegen Schweden und 0:0 gegen Italien.
»Sportlich liefert die Premiere ebenfalls einige Höhepunkte«, notierte die »Recklinghäuser Zeitung«, »und gleichzeitig verlief das gesamte Turnier mit nur einer Zeitstrafe, die ausgesprochen werden musste, außerordentlich fair.« Gewonnen hat die Otto-Burrmeister-Realschule, Zweiter wurde das Gymnasium Petrinum, und im Spiel um Platz drei unterlag das Team der Jüdischen Kultusgemeinde Groß-Dortmund dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium nur knapp.
Dass der 2012 in Ramat Hasharon verstorbene Eddy Schaffer Spaß an diesem Turnier gehabt hätte, kann man vermuten.........