Saurier, Krieg und Davidsterne |
Gute Juden, schlechte Juden: Bad/Good Jews, wie sich die spannende, leider nur kurzzeitig zu sehende Ausstellung in der Kunstschule Berlin im Prenzlauer Berg nennt, ist ein Kraftakt zweier Künstler. Das Duo besteht aus dem früher in Moskau, heute in Berlin, Israel und Amerika tätigen Galeristen Marat Guelman und dem erfolgreichen jungen deutsch-russischen Maler Yury Kharchenko.
Gemeinsam haben sie eine Ausstellung über jüdische Kunst und Identität erstellt in einer Zeit, in der man als jüdischer Künstler gern »gecancelt« wird, sich immer wieder rechtfertigen und »distanzieren« soll, wo Ausladungen an der Tagesordnung sind, Kontakte abgebrochen oder gar nicht erst aufgenommen werden; kurz, wo eine jüdische Identität wieder einmal zum Makel und Karrierehindernis geworden ist.
Es ist eine beeindruckende Sammlung jüngerer Gegenwartskunst von ganz unterschiedlichen Schöpfern geworden, deren Werke sich, jedes auf seine Weise, mit der Frage »Was ist ein Jude?« auseinandersetzen.
Sie reicht von einer Originalgrafik des bekennenden Diaspora-Juden und Maus-Schöpfers Art Spiegelman, der seine Eltern als »Mäuse« mit hochgeschlagenen Kragen und Judenstern auf einen Haken-Kreuzweg stellt, bis zu Yury Kharchenkos Großvätern, die wie eine halbe Million anderer sowjetischer Juden siegreich die Nazis niedergekämpft haben und die nun der Enkel als »Superman« in Öl malt.
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