Pause!

18. September 2026 – 7. Tischri 5787

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Warum wir unser Leben und unseren Alltag immer wieder gezielt entschleunigen sollten. Eine Hymne auf die Langsamkeit

Bei Äsops Fabel von Hase und Schildkröte war ich immer auf der Seite des Hasen. Nicht seines Hochmuts wegen, sondern wegen seines Tempos. Langsamkeit macht mich rasend. Wenn mein israelischer Mann mich ärgern will, sagt er mit sanfter Stimme »Savlanut!«. Geduld war noch nie mein Ding.

Doch offensichtlich haben sich das Alter der Einsicht und die Krise durch Überwältigung nun auch bei mir getroffen. Zu viele WhatsApps, Anrufe, SMS, Post-its, Notifikationen in den sozialen Medien, Termine und To-do-Listen auf zu vielen Endgeräten. Zu viel Werbung und Propaganda, vor allem aber zu viele schlechte Nachrichten auf allen Kanälen – und deshalb zu viele Sorgen. Das Dauerjonglieren hat die kritische Grenze erreicht. Mein Prozessor ist endgültig heiß gelaufen. Ich bin auf 280.

Zeit für ein Komma, sagt mein Mann. Schließlich ist ein Text ohne Interpunktion nichts weiter als ein sinnloser Strom aus Worten. Das bringt sogar mich zum Innehalten.

Das hebräische »Savlanut« wird in Israels Umgangssprache gern benutzt, wenn jemand Stress macht oder hetzt: »Mach mal langsam!« Es wirkt nicht immer, wie wir wissen. Dabei gibt es für das Runterkommen gute Gründe. Mal abgesehen vom Blutdruck.

Fangen wir an mit dem großen Komma. Das ist natürlich der Schabbat, das ultimative Beruhigungsmittel. Die bewusst eingelegte Pause im steten Fluss der Zeit, um sich Familie, Gemeinschaft und sich selbst zu widmen. Ein Tag zum Essen, Ruhen und Reden, der die Menschen für die kommende........

© Juedische Allgemeine