Jetzt erst recht!

Es war ein Jahr der Hoffnung. Unter dem Motto »JLID – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« fanden 2021 bundesweit mehr als 2400 Veranstaltungen statt, die Millionen Menschen erreichten. Dieses Festjahr war mehr als ein Jubiläum, es war ein gesamtgesellschaftliches Bekenntnis, das jüdisches Leben als selbstverständlichen Teil der deutschen Gesellschaft anerkannte.

Es war ein Moment, der vielen von uns Hoffnung machte, nicht mehr ausschließlich als Opfer wahrgenommen zu werden. Um unsere Hoffnung in eine dauerhafte Energie zu verwandeln, gründeten wir den Verein »JEWLIF. Jüdisches Leben in Europa«.

An unserer Seite versammelte sich von Beginn an eine starke Allianz aus Politik, den Kirchen und der jüdischen Gemeinschaft, vertreten durch Persönlich­keiten wie die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Katarina Barley, den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, die damalige Präses der EKD, Annette Kurschus, den Islamismusexperten und Publizisten Ahmad Mansour sowie den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Unsere Absicht war es, die positive Dynamik aus dem Jahr 2021 zu verstetigen und auf ganz Europa auszuweiten.

Dass diese Arbeit existenziell werden würde, ahnten wir damals nicht. Der Terror der Hamas vom 7. Oktober 2023 war der größte........

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