Hotspot am Meer |
Bauhaus-Chic hat Bat Yam keinen. Und wer kommt, um hier legendäre Klubnächte zu erleben, wird wohl auch eher enttäuscht werden. Trotzdem stehen an den Falafel-Buden im Stadtzentrum plötzlich auffallend viele junge Leute mit coolen Sonnenbrillen sowie den neuesten Sneakern und lecken sich die Tehina von den Fingern, während sie mit dem Handy TikTok-Videos filmen. Offensichtlich hat sich etwas verändert in der Stadt südlich von Tel Aviv. Bat Yam scheint im Trend zu liegen.
Lange galt die Stadt als graue Schwester der Metropole. Böse Zungen sprachen vom »israelischen Charme der 80er-Jahre«: viel Beton, wenig Glanz, dazwischen die Spuren einer Vergangenheit, die nie richtig aufpoliert wurde. Doch immer mehr Bewohner sagen, dass dieses Bild längst nicht mehr stimmt.
Ein entscheidender Wendepunkt rollt seit zweieinhalb Jahren lautlos durch die Stadt: die Straßenbahn.
Dabei war der Anfang von Bat Yam eher idyllisch. 1926 ließen sich elf jüdische Familien südlich von Jaffa nieder und gründeten eine kleine Siedlung mit dem Namen »Bait veGan«, Hebräisch für »Haus und Garten«. Nach den arabischen Unruhen von 1929 wurde der Ort aufgegeben, später jedoch neu aufgebaut und 1937 in Bat Yam umbenannt, »Tochter des Meeres«. Die Nähe zum Wasser prägt die Stadt bis heute.
Nach der Staatsgründung........