Energiezentrum in Nahost |
17. Mai 2026 – 1. Siwan 5786
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Energiezentrum in Nahost
Die Gasfelder im östlichen Mittelmeer könnten für mehr Stabilität in der Region sorgen – gäbe es keine kriegsbedingten Ausfälle
Als der Iran Ende Februar nicht nur Israel, sondern erstmals auch Ziele in den Golfstaaten direkt angriff, richtete sich die Aufmerksamkeit der Welt vor allem auf die Straße von Hormus. Die Meerenge zwischen Oman und dem Iran gilt als eine der wichtigsten Routen der globalen Energieversorgung. Aus Sorge vor einer Blockade schnellten die Ölpreise in die Höhe, Airlines strichen Flüge, Regierungen beriefen Krisensitzungen ein. Gleichzeitig zeigt der Krieg auch, wie sehr Israel inzwischen selbst zu einem zentralen Faktor der regionalen Energieversorgung geworden ist.Durch die nur rund 50 Kilometer breite Passage werden in friedlicheren Zeiten täglich etwa 25 Millionen Barrel transportiert, rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls. Der Seeweg verbindet die ölreichen Golfstaaten mit den Märkten in Europa und Asien.Doch während die internationale Aufmerksamkeit auf Tanker und Containerschiffe im Persischen Golf gerichtet ist, spielt sich im östlichen Mittelmeer eine zweite, weniger beachtete Energiekrise ab – mit womöglich langfristigen Folgen für die Region. Denn auch Israels Gasfelder im Mittelmeer sind durch den Krieg unter Druck geraten.
Offshore-Gasfelder stillgelegt
Iranische Attacken und Raketenangriffe der Hisbollah führten dazu, dass die großen Offshore-Gasfelder Leviathan und Karisch aus Sicherheitsgründen zeitweise stillgelegt wurden. Nur das Tamar-Feld blieb in Betrieb. Dessen Gas allerdings ist fast vollständig für den Eigenbedarf reserviert. So konnte Jerusalem Lieferverpflichtungen gegenüber Jordanien und Ägypten wochenlang nur eingeschränkt erfüllen.Der Politikwissenschaftler und Energieexperte Elai Rettig vom Begin Sadat Center für strategische Studien der Bar-Ilan-Universität spricht deshalb von einer »Energiekrise im östlichen Mittelmeerraum«, die parallel zu der am Golf entstanden sei. Entscheidend ist dabei nicht allein die wirtschaftliche Belastung, sondern die Erkenntnis, dass die Förderunterbrechungen mittlerweile regelmäßig auftreten. Nach den Hamas-Massakern vom 7. Oktober 2023 und dem Iran-Krieg 2025 war dies bereits die dritte größere Störung israelischer Gasexporte innerhalb weniger Jahre.Das verändert die Wahrnehmung von Israels Nachbarn grundlegend.........