Eine Stadt tritt auf die Bremse |
Noch bevor die Sonne über Tel Avivs Glasfassaden aufgeht, beginnt auf der Stadtautobahn Ayalon das tägliche quälende Ritual. Bremslichter leuchten rot, Motoren brummen im Leerlauf, und Tausende Fahrzeuge schleppen sich Stoßstange an Stoßstange vorwärts. Die Autobahn, einst als schnelle Verbindung durch das wirtschaftliche Zentrum des Landes gedacht, wird zum Nadelöhr.
Verkehrsplaner und Verantwortliche in der Verwaltung von Tel Aviv sowie des Großraums Gusch Dan suchen seit Jahren nach Lösungen. Denn derzeit genügen schon kleine Störungen, um das fragile Straßennetz zu zerreißen: Ein Zusammenstoß, ein liegen gebliebenes Fahrzeug, eine Baustelle – und der Verkehr kommt nicht nur auf dem Ayalon selbst, sondern in weiten Teilen der Stadt zum Erliegen.
Vor allem die vielen Pendler berichten von Herzrasen, Hupkonzerten und hitzigen Diskussionen hinterm Steuer. Zahlen bestätigen, was Autofahrer täglich erleben. Auf zentralen Abschnitten des Ayalon sinkt die Durchschnittsgeschwindigkeit zeitweise auf rund 14 Kilometer pro Stunde, besonders zwischen großen Kreuzungen. Doch selbst abseits dieser Engpässe liegen die Werte im Berufsverkehr oft nur bei 20 bis 30 Kilometern pro Stunde – eine Geschwindigkeit, die eher auf eine verkehrsberuhigte Straße als auf eine mehrspurige Autobahn hindeutet.
In der Stadt liegen Arbeitsplätze, Universitäten und Einkaufszentren dicht beieinander, sodass der........