Ein Erfolgsrezept

07. Juni 2026 – 22. Siwan 5786

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Esther Tscherniak leitet zwei Apotheken, ist Influencerin – und entschleunigt bewusst

Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, ziehe ich es auch durch. Das heißt nicht, dass mir alles sofort gelingt. Aber wenn etwas nicht funktioniert, ändere ich meine Strategie und suche mir einen anderen Weg. Aufgeben war nie mein erster Impuls. Erst wenn ich wirklich alles versucht habe und merke, dass es nicht klappt, akzeptiere ich einen Rückschlag. Diese Einstellung begleitet mich schon mein ganzes Leben.

Ich bin in der jüdischen Bubble Berlins aufgewachsen. Mit allem, was dazugehört: Kindergarten der Gemeinde, später die jüdische Grundschule. Machanot waren selbstverständlich. Meine Batmizwa habe ich bei Rabbiner Chaim Rozwaski in der Synagoge in der Pestalozzistraße gefeiert. Nach einem Umweg über ein staatliches Gymnasium bin ich für das Abitur auf die jüdische Oberschule gewechselt. Und jetzt kann ich es ja verraten: nicht aus religiöser Überzeugung, sondern weil ich dachte, dort meinen Schnitt ein bisschen aufzupolieren.

So richtig über die Zukunft nachgedacht habe ich dann ab der elften Klasse. Mir war klar: Chemie und Bio machen mir Spaß, aber was mache ich daraus? Medizin war kurz in meinem Kopf, aber ich wusste auch, dass ich da wahrscheinlich nicht reinkomme. Mein Vater riet mir, etwas zu studieren, bei dem am Ende ein Beruf herauskommt. Du kannst machen, was du willst, hat er gesagt, aber es muss etwas Handfestes sein.

Nach längerem Grübeln entschied ich mich, Pharmazie zu studieren. Mein Vater war überrascht – allerdings im besten Sinne. Denn plötzlich erzählte er mir, dass auch meine Uroma Esther, nach der ich benannt bin, Apothekerin war. Eigentlich wollte ich nach dem Abitur erst einmal ein Jahr pausieren, ein bisschen rauskommen, vielleicht etwas Soziales machen. Mein Vater sah das anders. Für ihn stand fest, dass ich direkt studiere.

Sechs Jahre lang hieß es vor allem: lernen, lernen, lernen

Schon in der Schule saß ich eher über den Büchern, als Dinge schleifen zu lassen. Dass mich diese Haltung nicht davor bewahren würde, das Pharmaziestudium zeitweise als reine Hölle zu erleben, ahnte ich damals noch nicht. Sechs Jahre lang hieß es vor allem: lernen, lernen, lernen. Von früh am Morgen bis spät in die Nacht. Irgendwann schloss ich die Bibliothek morgens selbst auf und abends wieder zu. Mit viel Ausdauer ging es so bis zum dritten Staatsexamen. Als die 1,0 feststand, fiel jahrelanger Druck von mir ab.

Danach dachte ich: Jetzt aber. Ich plante eine fünfmonatige Reise, wollte hinaus in die Welt, den........

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