Eher »OY« als »YO« |
04. Juni 2026 – 19. Siwan 5786
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In »Mishpocha« thematisiert das Jüdische Museum Kernfamilie, Wahlverwandtschaft und popkulturelle Gemeinschaft in Bild und Sound
Was diese Ausstellung will, deutet sich schon vor dem Betreten des Museums an. Eine Skulptur aus zwei großen, knallgelben Buchstaben begegnet uns auf dem Vorplatz des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main. Je nachdem, aus welcher Richtung man den nach der Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim benannten Platz betritt, ergibt die Skulptur die Worte »OY« oder »YO«.
Der jiddische Ausruf der Wehklage und die Grußformel im Slang US-amerikanischer Großstädte markieren die beiden Pole von Mishpocha. The Art of Collaboration. Das »Ausstellungs- und Happening-Projekt« möchte unterschiedliche Seiten des titelgebenden hebräischen und jiddischen Wortes für Familie beleuchten. Das Jüdische Museum erzähle vielfach Familiengeschichten, sagt Direktorin Mirjam Wenzel. Als Beispiele führt sie die Familien Rothschild und Frank sowie die zuvor gezeigte Ausstellung zu Ruthe Zuntz’ weitverzweigtem Stammbaum an.
»Eine Familie, die wir uns suchen«
Neben der Mishpocha, in die man hineingeboren wird, gebe es »eine Familie, die wir uns suchen«, die also nicht allein auf Herkunft basiere, sagt Wenzel. Sie spricht von einer aktiv geschaffenen Gemeinschaft von »like-minded people«. Susanne Völker, Geschäftsführerin des Co-Ausstellungsförderers Kulturfonds Frankfurt RheinMain, gebraucht den treffenden Begriff »Wahlverwandtschaften«. »Sich-verbunden-, Sich-angezogen-Fühlen aufgrund geistig-seelischer Übereinstimmung, ähnlicher Wesensart«, lautet dessen Definition im Duden-Wörterbuch.
Die diese Schau flankierenden Anglizismen sind unter anderem auf Michael Diamond zurückzuführen: Der unter seinem Künstlernamen Mike D. als Mitglied der New Yorker Hip-Hop-Band........