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Das Land ruhen lassen

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23.09.2021

Wie bei allen von Menschen gemachten Krisen lohnt es sich auch beim Klimawandel, einen Blick in die Tora zu werfen. Eine zentrale Säule der jüdischen Ethik besteht bekanntlich darin, dass wir unser Tun nicht an den sich immer weiter ausdehnenden Grenzen der Machbarkeit ausrichten, sondern an den Eckpfeilern von Verantwortung, Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit.

Es geht eben nicht darum, uns die Erde »untertan zu machen«, um sie zu beherrschen und auszubeuten, wie die archaischen Übersetzungen jener berühmten Passage des Schöpfungsberichts missverständlich nahelegen. Vielmehr sollten wir uns fragen, wie wir sie zum Zwecke einer zivilisatorischen, praktischen und werteorientierten Weiterentwicklung nutzen können. Das ist, wie Rabbiner Samson Raphael Hirsch einmal ausführte, der eigentlich gemeinte Auftrag an die Menschheit.

tora Das Gesetz der Tora betont, dass mit jeder gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Einfluss- und Machtposition auch eine soziale Verantwortung einhergeht. So ist auch das anderen Geschöpfen überlegene Potenzial des Menschen nicht nur als Privileg, sondern auch als besondere Verpflichtung zu Umsicht und Rücksicht gegenüber der Natur und der Umwelt zu verstehen.

Es geht nicht darum, uns die Erde »untertan zu machen«, um sie zu beherrschen und auszubeuten, wie die archaischen........

© Juedische Allgemeine


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