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Alles außer AfD

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23.09.2021

Nun dauert es nicht mehr lange und die Ära Angela Merkel ist vorbei. Welche Parteien die künftige Regierung und die Opposition bilden werden, wird natürlich erst am Wahltag entschieden. Was denken deutsche Juden über die anstehende Entscheidung, zumal wenn es um das Thema AfD geht? Und was sollte die neue Regierung unbedingt in Angriff nehmen? Die Jüdische Allgemeine fragte nach.

Judith Neuwald-Tasbach weiß noch genau, wie sie sich fühlte, als sie zum ersten Mal wählen durfte: »Ich war gerade 18 geworden und war schrecklich aufgeregt – mir war wirklich feierlich zumute, und ich hatte das Gefühl, nun etwas mitbewirken zu können.« Und deswegen würde sie gern »dazu aufrufen, dass alle Leute ihr Wahlrecht wahrnehmen – es scheinen ja leider nicht alle zu erkennen, dass sie mit ihrer Stimme die Chance haben, die Zukunft mitzugestalten«.

wahlkampf Der Wahlkampf habe sich seither mehr in die Öffentlichkeit verlagert, sagt Neuwald-Tasbach. Auch damals habe es Antisemitismus gegeben, nur »heute wird mehr über Judenhass geredet. Aber er hat auch zugenommen und eine andere Dimension erreicht«, sagt die Gelsenkirchenerin. »Früher war er versteckter, jetzt wird er viel offener und deutlicher ausgelebt.«

Aber es gebe auch positive Entwicklungen: Besonders gut gefalle ihr, dass man »mittlerweile viel Hilfe bei der Wahlentscheidung hat und zum Beispiel nicht selbst die Programme der Parteien lesen muss, sondern einfach den Wahl-O-Mat benutzen kann«.

An ihre erste Stimmabgabe bei einer Wahl kann sich auch Leah Floh, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mönchengladbach, noch gut erinnern. »Das war in Israel, Ende der 80er-Jahre. Es war ein schönes Gefühl, endlich erwachsen zu sein und wählen zu dürfen.«

diskussionkultur Ihren ersten Wahlkampf in Deutschland erlebte sie in........

© Juedische Allgemeine


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