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Abschied vom Ich

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thursday

06. August 2026 – 23. Aw 5786

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Jossi Wieler bringt Peter Handkes Stück »Schnee von gestern, Schnee von morgen« bei den Salzburger Festspielen zur Uraufführung

In dieser Welt wird nicht mehr gewohnt, die Möbel in Trümmern, keine Tür, kein Dach. Der, der sich hier zurechtfinden möchte, sieht aus wie ein Clown oder sein eigener Totengräber mit zu kurzen Hosen und weißen Socken, die in schwarzen Schuhen stecken, einem langen Mantel, mit dem man wie mit Rabenflügeln schlagen, aber nicht fliegen kann. Da erscheint noch einer, zwei Figuren statt (wie von Peter Handke vorgesehen) einer. Beide mit strichdünnen Schnurrbärten, Peter Handkes Barttracht nicht unähnlich.

Wenn es schon keine Heimat, kein Heim gar gibt, so gibt es zumindest einen Textteppich. Der wird jetzt ausgerollt, zwei Stunden lang auf dieser bis auf Möbelreste und ein Wolkengespinst reduzierten nachtschwarzen Bühne im Landestheater in Salzburg. Schnee von gestern, Schnee von morgen heißt der bei den Salzburger Festspielen uraufgeführte Text des österreichischen Autors Peter Handke. Der renommierte Opern- und Theaterregisseur Jossi Wieler und seine Bühnen- und Kostümbildnerin Anja Rabes haben sich mit dem Bühnenbild am ersten Satz im Stück des 83-jährigen streitbaren Literaturnobelpreisträgers orientiert – »in vergangenen Jahrhunderten wurden Leute, denen man das Recht absprach, sich in den Wohnräumen zu beklagen, in die Küche geschickt: Erzählt dort eure Geschichte«.

Zartleichter Regie-Rhythmus im Andante-Tempo

Eine Küche bekommst du nicht, mein Freund, sagt der Regisseur dem Autor. Steht ja auch im Text: »einziges Bauwerk weit und breit längst eine unbewohnbare Ruine: PAVILLON FÜR UNRUHIGE MÄNNER«. Zudem, so betont Jossi Wielers zartleichter Regie-Rhythmus im Andante-Tempo: Hast du doch gar keine Klage geschrieben, sondern einen Weltkommentar über das Weh der Welt. Der an........

© Juedische Allgemeine