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»Vollkommen in Seinem Werk«

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17.09.2021

Im Wochenabschnitt Ha’asinu steht ein Vers, der gleichzeitig der erste Satz des Zidduk Hadin ist, eines Gebets, das wir bei Beerdigungen rezitieren: »Der Fels, vollkommen in Seinem Werk, denn alle Seine Wege sind gerecht; ein G’tt der Treue und ohne Fehl, gerecht und gerade ist Er« (5. Buch Mose 32,4).

In diesem Vers beteuern wir unseren Glauben daran, dass alles, was der Allmächtige tut, gerecht ist und dass wir Sein Urteil über uns akzeptieren. Doch empfinden wir das wirklich so? Oft hört man Aussagen wie: »Wie konnte G’tt so etwas zulassen?« oder »Wenn es G’tt gäbe oder wenn Er gerecht wäre, dann wäre dieses oder jenes niemals passiert!«

GLEICHNIS Der Chofetz Chaim, Israel Meir HaKohen (1839–1933), hat für unsere Wahrnehmung der Geschehnisse folgendes Gleichnis gebracht: Ein Geschäftsmann wurde durch Umstände dazu gezwungen, auf der Durchreise den Schabbat in einem kleinen Dorf zu verbleiben. Am Schabbatmorgen ging er in die örtliche Synagoge und war dort vollkommen verblüfft, denn die Gabbaim vergaben nur an die einfachen Synagogenbesucher Alijot. Sie riefen also ausschließlich ungelehrte Beter zur Tora auf, während nicht eines der gelehrten und angesehenen Mitglieder der Synagoge mit einem Toraaufruf beehrt wurde.

Nach dem G’ttesdienst konnte sich der Geschäftsmann nicht mehr zurückhalten. Er stürmte zu einem der Gabbaim hinüber und sagte: »So macht man das nicht! Wie kann man die Gelehrten so beschämen? In allen anderen........

© Juedische Allgemeine


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