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»Auch einen Fokus auf Gegenwart und Zukunft richten«

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23.06.2022

Herr Kovacs, das Festjahr »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« endet diese Woche. Wenn Sie es mit drei Worten im Rückblick beschreiben müssten – welche wären das?
Leben, Begegnung und Respekt. Die Statistiken zeigen, dass Antisemitismus in Europa wieder erstarkt. Wir haben mit dem Festjahr versucht, eine Zäsur zu wagen – wir wollten nicht nur erinnern und Wissen über jüdische Geschichte und Bräuche vermitteln, sondern einen Fokus auf das Leben heute und die Zukunft richten. Theodor Adorno hat einmal gesagt, Antisemitismus sei das Gerücht über die Juden. Wir wollten Empathie gegen Gerüchte setzen und stereotypes Denken infrage stellen. Um Antisemitismus entgegenzuwirken, braucht es Empathie, Verständnis und Respekt. All das gewinnt man durch Begegnung.

Wie erfolgreich war das Festjahr, was konnte erreicht werden?
Wir hatten mehr als 2400 Veranstaltungen von rund 840 Projektpartnern in allen 16 Bundesländern. Gerechnet hatten wir mit 1000 Veranstaltungen. Hinzu kommen Projekte ohne Förderung, die nicht in der Statistik auftauchen. Wir hoffen natürlich, dass wir damit Impulse gegeben haben und Mut zur Begegnung vermitteln konnten. Als gesamtgesellschaftliche Initiative konnten wir Partner gewinnen, die enorm innovative Formate entwickelt haben. Etwa das TV-Format »Freitagnacht Jews« mit Daniel Donskoy. Wir haben gesehen, dass sich viele Menschen erstmals überhaupt mit jüdischem Leben und der jüdischen Perspektive auf die Gegenwart auseinandergesetzt haben. Wir hoffen, dass dabei Begegnungen und Bindungen entstanden sind, die bleiben und weiterwirken.

Sie haben die Fülle der Veranstaltungen angesprochen, nennen Sie uns gerne ein paar Highlights.
Unser eigenes Projekt »Sukkot XXL« zum Beispiel: 40 Laubhütten von 30 Veranstaltenden in 13 Bundesländern – das war wahrscheinlich das größte öffentlich begangene Laubhüttenfest der Welt. Die Beteiligung an diesen gemeinsamen Sukkotfeiern war jedenfalls enorm. Unser Festakt zur Eröffnung musste wegen der Pandemie kurzfristig in ein Magazinformat fürs Fernsehen umgewandelt werden – und hat eine halbe Million........

© Juedische Allgemeine


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