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Ostern zwischen Bomben – Das ist die eigentliche Aufgabe von Papst Leos erstem „Urbi et Orbi“

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Zwischen Selbstinszenierung und christlicher Symbolik kennt Donald Trump seit jeher keine klare Grenze. Vor einem Jahr inszenierte sich der US-Präsident noch in papstähnlicher Pose – oder zumindest wurde ein entsprechendes Bild verbreitet, das er später kleinredete. Vor der Beerdigung von Papst Franziskus führte er im Vatikan mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein Gespräch darüber, wie ein Frieden mit dem russischen Präsidenten geschlossen werden könnte.

Das sind zwei der Grenzgänge eines Präsidenten, der gerne in aller Öffentlichkeit im Weißen Haus von evangelikalen Christen für sich beten lässt. Heute könnte der Kontrast kaum schärfer sein.

Das sind zwei der Grenzgänge eines Präsidenten, der gerne in aller Öffentlichkeit im Weißen Haus von evangelikalen Christen für sich beten lässt. Heute könnte der Kontrast kaum schärfer sein.

Denn während in Washington von „überwältigender Gewalt“ die Rede ist und Bomben wieder als legitimes Mittel der Politik gelten, steht im Vatikan Papst Leo XIV. ein besonderer Moment bevor: sein erstes „Urbi et Orbi“, der Segensgruß über die „Stadt und den Erdkreis“. Ein Jahr nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche mit ihren 1,4 Milliarden Mitgliedern ist das keine Routine. Es ist seine eigentliche Positionierung als Papst. Wie er sein Pontifikat auslegen will, steht nicht fest. Doch Grundzüge lassen sich schon erkennen.


© Handelsblatt